Schwerpunkte & Arbeitsweise

Meine Spezialisierungen und besonderen Interessensgebiete als Psychotherapeut fallen im Wesentlichen in drei Bereiche: Erstens in die Behandlung von Zwangsstörungen sowie damit „verwandten“ Störungen wie der Generalisierten Angststörung und der Krankheitsangst. Zweitens arbeite ich viel und gerne mit Menschen, die von der erwachsenen Form der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betroffenen sind, bin mit der Diagnostik der ADHS vertraut und helfe, in der Regel neben einer medikamentösen Behandlung, als Psychotherapeut auch bei der Lösung der sich aus der ADHS ergebenden Folgeprobleme. Drittens habe ich mich, unabhängig davon, was vordergründig als Diagnose vorliegt, mit Begeisterung auf die psychotherapeutische Arbeit an zwischenmenschlichen Problemen (Konflikte jeder Art, soziale Ängste, Probleme im Bereich Abgrenzung, etc.) spezialisiert und kombiniere hierbei eine Vielzahl von therapeutischen Methoden, Perspektiven und Herangehensweisen.

Wie es zu diesen Schwerpunkten kam

Bereits während meines Psychologiestudiums beschäftigte ich mich viel mit dem Störungsbild der Depression sowie mit Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Angststörungen, z. B. der Panikstörung, der Agoraphobie, der der sozialen Angststörung, der Generalisierten Angststörung oder der Krankheitsangst („Hypochondrie“). Beide Schwerpunkte setzten sich dann durch die Tätigkeit im Rahmen meiner anschließenden Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten fort, indem ich zunächst auf einer hinsichtlich Depression spezialisierten Station der LWL-Klinik Lengerich arbeitete und dort insbesondere die Ansätze der Interpersonellen Psychotherapie (IPT) und des Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) kennenlernte, d. h. ersten Kontakt mit dem Thema „zwischenmenschliche Probleme“ hatte, das mich seitdem nicht losgelassen hat. Bis heute wende ich Techniken aus beiden Ansätzen gerne an, wenn Patient:innen sich vor allem mit zwischenmenschlichen Problemen an mich wenden, und mache sehr gute Erfahrungen damit. Die Bearbeitung zwischenmenschlicher Probleme wurde fortan zu einem meiner „Steckenpferde“ in der Therapie, was sich durch den Kontakt mit den Prinzipien der klärungsorientierten Psychotherapie nach Sachse noch weiter verfestigte und dazu beitrug, dass ich aus diesen diversen Quellen sowie eigenen persönlichen Erfahrungen Stück für Stück mein eigenes Konzept zur Bearbeitung solcher Problemstellungen entwickelte, was Ende 2021 schließlich in die Entwicklung meines Gruppentherapie-Konzepts mündete, mit dem ich seit Anfang 2022 arbeite.

Die Spezialisierung im Bereich Angststörungen nahm derweil ihren Lauf durch meine Tätigkeit in der Christoph-Dornier-Stiftung Münster, die schon seit ihrer Gründung den Fokus auf die Intensivtherapie von Angststörungen, v. a. durch Expositionstherapie, legt. Nachdem ich mich im Rahmen meiner Masterarbeit auf theoretischer Ebene damit befasst hatte, wie Expositionstherapie wirkt (siehe Vita), sammelte ich in der Christoph-Dornier-Stiftung jede Menge praktische Erfahrung in der Behandung von Patient:innen mit verschiedenen Angststörungen und lernte die Expositionstherapie als enorm wirksames Werkzeug der Verhaltenstherapie kennen, das zwar bei Weitem nicht immer alle Probleme beseitigt, aber nicht selten die „darunterliegenden“, grundlegenden Probleme zugänglich und bearbeitbar macht.

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt ergab sich ab 2016 durch die Wahl meines Promotionsthemas, welches auf die Entwicklung und Untersuchung der Wirksamkeit von innovativen Behandlungsmethoden für Menschen mit Zwangsstörung fiel, für die Expositionstherapie zwar ebenfalls als das wirksamste Verfahren gilt, es aber leider so ist, dass nicht alle Betroffenen hiervon gleichermaßen profitieren. Meine Kollegin Charlotte Falke und ich entwickelten daher eine Therapiestudie, in der wir kognitive und metakognitive Behandlungsstrategien miteinander verglichen. Hieraus und aus regulären Behandlungen von Patient:innen mit Zwangsstörung in der Christoph-Dornier-Stiftung ging so ein reicher Erfahrungsschatz in diesem Bereich hervor, was diesen weiteren, mir sehr am Herzen liegenden Tätigkeitsschwerpunkt erklärt. Dieser ist mir auch deswegen eine Herzensangelegenheit, weil ich leider immer wieder erlebe, dass viele meiner Kolleg:innen sich im Bereich Zwangsstörung wenig auskennen, Betroffene oft fehldiagnostiziert und nicht korrekt behandelt werden.

Im weiteren Verlauf der Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten lernte ich zudem mit Begeisterung die Ansätze der Schematherapie, emotionsfokussierte Methoden und das Prinzip der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) kennen, die mich in meiner Arbeitsweise weiter geprägt haben – welche ich daher als in vielerlei Hinsicht integrativ bezeichnen würde. Ich habe es bereits in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten als überaus hilfreich empfunden, mich zwar an evidenzbasierten (also als wirksam nachgewiesenen) Methoden zu orientieren, moch jedoch von wenig realistischen dogmatischen Leitsätzen „festgelegter“ Therapieschulen frei zu machen und stattdessen die Gemeinsamkeiten von verschiedenen Ansätzen zu sehen, um daraus kreativ und sinnvoll eine auf mein Gegenüber individuell zugeschnittene Therapie zusammenzufügen – frei nach dem Grundsatz: „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“.

Seitdem ich mich in Schleswig-Holstein niedergelassen habe, habe ich mich außerdem auf dem Gebiet der Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy (IRRT) weitergebildet, die eine traumatherapeutische Methode darstellt, welche bei mir weniger bei der Behandlung einer akuten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), sondern eher zur Aufarbeitung von Traumata im Rahmen anderer Störungsbilder wie Depression oder Persönlichkeitsstörungen Anwendung findet und deren Wirksamkeit mich immer wieder verblüfft.

Meine Spezialisierung im Bereich der adulten (d. h. erwachsenen) ADHS hat derweil mehrere Hintergründe (hier finden Sie eine eigene Artikelreihe zu diesem Thema). Zum einen hatte ich durch den Forschungsschwerpunkt zu adulter ADHS an der Universität Münster das Glück, früh mit dem Thema in Berührung zu kommen, durfte in einem entsprechenden Forschungsprojekt meine Bachelorarbeit schreiben und habe mich seither auch in meiner praktischen Arbeit als Psychotherapeut viel mit dem Thema befasst. Dies gilt insbesondere für die Form von ADHS, die vordergründig kaum auffällt, weil die Betroffenen gute Leistungen erbringen und „unsichtbar leiden“ (engl. „high performance ADHD“), sodass Behandler:innen, die auf das Prinzip „Blickdiagnose“ setzen, zu falschen diagnostischen Urteilen gelangen. Dass ich außerdem, wie sich erst spät herausstellte, selbst von adulter ADHS betroffen bin und genau in letztere Kategorie falle, bedeutet, dass ich zusätzlich zu der wissenschaftlichen und berufspraktischen Perspektive auch die Betroffenenperspektive kenne und meinen Patient:innen (ebenso wie ihren Angehörigen) dahingehend mit einem entsprechend tiefgründigen Verständnis der Problematik begegnen kann. Meine praktische Erfahrung hat mir leider gezeigt, dass sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch unter ärztlichen (inkl. psychiatrischen) und psychotherapeutischen Kollegen teilweise erschreckend wenig Fachkenntnis zu dem Thema vorhanden ist, was wiederum zu Fehldiagnosen und unangenehmen Erfahrungen führt, die Patient:innen machen, wenn sie sich dazu durchringen, entsprechende Fachleute aufzusuchen. Dahingehend möchte ich gerne einen Unterschied machen.

Sie möchten wissen, ob ich als Therapeut zu Ihnen passe und der „Richtige“ für Sie bin? Dann lesen Sie hier weiter!

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