gRUPPentherapie

Über das Lösen zwischenmenschlicher Probleme

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen mein Gruppentherapie-Angebot vorstellen. Wie die Schreibweise „gRUPPentherapie“ schon deutlich macht, handelt es sich hierbei um ein von mir entwickeltes integratives Konzept mit verhaltenstherapeutischer Grundhaltung, welches „das Beste“ aus der Interpersonellen Therapie (IPT), dem Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) und dem Training sozialer Kompetenzen (GSK) verbindet und um klassische Element der kognitiven Therapie sowie Modelle wie das 4-Ohren-Modell nach Schulz von Thun ergänzt. Denn der rote Faden des Konzepts und der klare Fokus meiner Therapiegruppen ist das Lösen zwischenmenschlicher Probleme, und zwar deshalb, weil störungsübergreifend, d. h. unabhängig von der Diagnose (Depression, Angststörung, Essstörung, etc.) zwischenmenschliche Probleme eine riesige Rolle bei den Menschen spielen, die Bedarf nach Psychotherapie haben.

Worum geht es in der gRUPPentherapie?

Unter dem Dach des gemeinsamen Nenners „zwischenmenschliche Probleme“ bearbeiten wir in der gRUPPentherapie eine Vielzahl an Themen, die sich im zwischenmenschlichen Bereich abspielen und vielen Menschen tagtäglich Schwierigkeiten bereiten – zum Beispiel:

  • Lernen „Nein“ zu sagen und sich von Menschen abzugrenzen, die einem nicht gut tun
  • Aufbrechen ungesunder Beziehungsmuster mit Partnern, Eltern, Kindern, Arbeitskollegen, Vorgesetzten, etc.
  • Lernen, eigene Bedürfnisse zu äußern
  • Umgang mit Schuldgefühlen
  • Lernen, sich zu behaupten
  • Soziale Ängste überwinden und sich Interaktionen mit Menschen stellen
  • Üben, heikle Themen anzusprechen und Kritik zu äußern
  • In schwierigen Situationen Wege aus der Sprachlosigkeit finden

Für wen ist die gRUPPentherapie gedacht?

Mein Gruppentherapieangebot ist für viele Menschen gut geeignet. Natürlich muss es, in Form einer Diagnose, d. h. einer behandlungsbedürftigen psychischen Problematik, eine Indikation für Psychotherapie geben. Wenn dann zwischenmenschliche Probleme eine wichtige Rolle bei der Problematik spielen oder sogar im Vordergrund stehen und Sie und ich beide zu dem Schluss kommen, dass Sie gut zu den anderen Menschen in der jeweiligen Gruppe passen, fehlt eigentlich nur noch die Voraussetzung, dass Sie die Uhrzeit der Therapiegruppe, in der als nächstes ein Platz frei wird, einrichten können. Die drei Gruppen finden zu folgenden festen Zeiten statt:

  • Montagsvormittags von 10.10 – 11.50 Uhr
  • Dienstagsnachmittags von 16 – 17.40 Uhr
  • Mittwochsvormittags von 10.10 – 11.50 Uhr

Wie komme ich an einen gRUPPentherapieplatz?

Wenn Sie sich gezielt für einen Platz in einer meiner Therapiegruppen interessieren, dann kreuzen Sie dies im Kontaktformular an oder benennen dies im telefonischen Anmeldegespräch mit Herrn Wunderlich oder Frau Andreä. Im Erstgespräch werde ich Ihnen dann, nachdem wir Ihr Anliegen besprochen haben, meinen Eindruck mitteilen, ob eine Teilnahme an einer der drei Gruppen für Sie sinnvoll wäre. Da alle drei Gruppen als offene Gruppen konzipiert sind (das bedeutet, alle paar Wochen schließen Patienten ihre Therapie ab, sodass ein Platz frei wird), kann ich weitaus häufiger und insgesamt mehr Patienten mit einem Gruppentherapieplatz als mit einem reinen Einzeltherapieplatz versorgen. Machen Sie sich dabei bewusst: Anders als in einer psychiatrischen Klinik oder in der psychosomatischen Reha sind meine Gruppen „handverlesen“, d. h. ich achte sehr genau darauf, dass die Teilnehmenden einer Gruppe miteinander kompatibel sind und harmonieren, damit eine therapeutisch hilfreiche Atmosphäre ensteht. An dieser Stelle dürfen Sie sich gerne auf meine Menschenkenntnis verlassen – ebenso wie auf meinen Stil, generell Psychotherapie zu gestalten, nämlich immer auch mit einem schmunzelnden Auge. Mit anderen Worten: In der gRUPPentherapie sind alle Gefühle erlaubt, und man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass in meinen Therapiegruppen genauso viel gelacht wie geweint wird.

Der Regelfall ist übrigens immer, dass wir keine reine Gruppentherapie, sondern eine Kombination aus Einzel- und Gruppentherapie beantragen, wobei die Teilnahme an der wöchentlichen Gruppensitzung ein fester Termin ist und zusätzliche Einzelsitzungen entweder nach Bedarf oder ca. im Verhältnis 1:2 gegenüber den Gruppensitzungen stattfinden. Für Einzelsitzungen der Gruppenmitglieder sind dabei die Termine unmittelbar vor bzw. nach der Gruppensitzung reserviert (bei der Dienstagsgruppe gilt dies nur für die Sitzung vor der Gruppentherapie, denn nach der Gruppentherapie habe ich Feierabend).

In der gRUPPentherapie gibt es verbindliche Gruppenregeln, die für alle Teilnehmenden gelten. Die wichtigste Regel ist die der Verschwiegenheit, die natürlich selbstverständlich ist. Obwohl wir uns im ländlichen Bereich befinden, gelingt es fast immer (eine typische Sorge von Menschen), dass die Teilnehmenden sich nicht persönlich kennen. Sollte dies doch einmal passieren und zwei Menschen aufeinandertreffen, die miteinander ein schwieriges Verhältnis haben, so gebe ich natürlich mein Bestes, um einen Gruppenwechsel zu ermöglichen.

Wenn Sie in eine der Gruppen aufgenommen werden, erhalten Sie von mir Ihren persönlichen Gruppenordner, der alle Arbeitsmaterialien und Werkzeuge, die ich in der gRUPPentherapie vermittle, enthält – ebenso wie einen kleinen Steckbrief, anhand dessen Sie sich mit meiner Hilfe in Ihrer ersten Sitzung den anderen Gruppenmitgliedern vorstellen, sodass diese Sie kennenlernen können.

Wie kann ich mir eine gRUPPentherapiesitzung vorstellen?

Der Ablauf einer gRUPPentherapiesitzung ist immer gleich und besteht aus drei Teilen. Wir beginnen mit einer Einstiegsrunde, in der alle Teilnehmenden sagen, 1) in welcher Verfassung sie jeweils ankommen, 2) ob sie für die Gruppe interessante Erfolgserlebnisse zu berichten haben (der schönste Teil!) und 3) ob sie ein zwischenmenschliches Anliegen für die heutige Sitzung haben. Der Mittelteil der Sitzung widmet sich dann der Bearbeitung von einem und manchmal auch zwei Anliegen von Gruppenmitgliedern. „Bearbeiten“ bedeutet, dass die Gruppe und ich als Therapeut dem jeweiligen Gruppenmitglied durch gezieltes Nachfragen, Ideen zu neuen Perspektiven und Handlungsweisen sowie ggf. durch Rollenspielübungen (ich weiß, viele Menschen finden Rollenspiele ganz schlimm, aber nur, bis sie einmal eins in meiner Praxis gemacht haben) helfen, eine Lösung für sein Problem zu entwickeln.

Dabei kommen dann häufig die Situationsanalyse, mit Hilfe derer sich zwischenmenschliche Problemsituationen gut ergründen lassen, sowie die vielen verschiedenen Werkzeuge zum Einsatz, die im Überblicksmodell der Situationsanalyse (siehe obiges Foto in der Mitte) zusammengefasst sind. Sehr oft im Einsatz ist zum Beispiel das 4-Ohren-Modell nach Schulz von Thun. In der Abschlussrunde wiederum sagen alle Teilnehmenden, wie sie sich zum Ende der Sitzung fühlen und was sie von der heutigen Sitzung Hilfreiches für sich mitnehmen. Meine Rolle als leitender Therapeut der Gruppe ist die des Moderators, der strukturiert, zusammenfasst, bei Bedarf unterbricht und begrenzt und natürlich auch seinen therapeutischen „Input“ gibt.

Wie lange dauert eine Gruppentherapie?

Hierzu gibt es keine eindeutige Antwort. Wie in der Einzeltherapie gilt der Grundsatz, dass eine Therapie nicht länger dauern sollte als nötig. Generell führe ich Gruppentherapien in meiner Praxis meistens im Rahmen einer Langzeittherapie von 60 bzw. bis zu 80 Sitzungen durch und finde dies auch sinnvoll, weil die Besonderheit des Gruppenkontexts (Teilnehmende sollen ihre Zeit bekommen, in Ruhe in die Gruppe einzufinden und sich zu öffnen) eine längerfristige Gestaltung der Therapie nahelegt. Als Richtgröße kann sicherlich gelten, dass eine Gruppentherapie bei mir eine Dauer von ca. einem Jahr hat, wobei dies eher einen Durchschnittswert widerspiegelt.

Was sind die Vorteile einer Gruppentherapie?

Viele Menschen sind im Vorfeld noch skeptisch, was eine Gruppentherapie angeht, weil sie z. B. denken, sie könnten sich mit ihren Problemen vor anderen Menschen nicht öffnen oder würden zu sehr unter den Problemen der anderen mitleiden. Aus zwei Jahren Gruppentherapieerfahrung in meiner Praxis kann ich all das nicht bestätigen. Im Gegenteil: Fast immer sind die Teilnehmenden nach einigen Sitzungen total begeistert von der freundlichen, verständnisvollen Atmosphäre und dem Rückhalt, den sie erfahren – sodass kaum jemand gerne die Gruppe verlässt. Aus meiner Sicht liegen die Vorteile klar auf der Hand:

  • Sie machen die Erfahrung, dass Sie mit Ihren Schwierigkeiten nicht allein sind und es andere Menschen gibt, denen es genau so geht und die Sie auffangen.
  • Sie können die Erfahrung machen, mit Ihren Problemen auf Verständnis und offene Ohren zu treffen, und werden akzeptiert, wie Sie sind.
  • Sie profitieren, moderiert und ergänzt durch mich als leitender Therapeut, von einer Vielzahl an Perspektiven auf Ihr Problem sowie von Lösungsansätzen, die Sie vielleicht vorher noch nicht gesehen haben.
  • Ihnen steht ein sicherer Rahmen zur Verfügung, um neue Verhaltensweisen zu erproben und zu üben, bevor Sie es in der „Welt da draußen“ probieren.
  • Die Wartezeit ist sehr viel kürzer als auf einen reinen Einzeltherapieplatz.
  • Es ist unkompliziert, d. h. ohne aufwändiges Gutachterverfahren, möglich, Langzeittherapien mit bis zu 80 Sitzungen zu beantragen, wobei das Risiko eines Abhängigkeitsverhältnisses zwischen Patient und Therapeut, das sich in einer langen Einzeltherapie mit der Zeit einschleicht, minimal ist.
  • Sie können die Erfahrung machen, dass die Tränen beim Sprechen über ein Problem sowohl Weinen als auch Lachen als Ursache haben können.

Interesse geweckt? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!

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