ADHS im Erwachsenenalter – Teil 5: Über ein doppeltes Stigma, die Rolle von TikTok und die unschönen Arten, wie die Diagnose missbraucht wird.

Der Artikel behandelt die Stigmatisierung von ADHS in der aktuellen Zeit und die Rolle, die Social Media dabei spielt. Auf TikTok und Co. verbreiten sich teils falsche Informationen über ADHS rasant, was zu Missverständnissen führt. Manche (vermeintliche) Betroffene nutzen die Diagnose zudem entweder zur Selbstaufwertung oder als Ausrede, was die Vorurteile zusätzlich verstärkt und „echten“ Betroffenen schadet.

Wie in Teil 4 angekündigt, möchte ich mich nach der Beschreibung der Symptome von ADHS im Erwachsenenalter, der Zusammenhänge von ADHS mit anderen Folgestörungen und der Abgrenzung der ADHS von verwandten Störungen nun abschließend noch dem Thema widmen, inwieweit ADHS heutzutage stigmatisiert ist und welche Rolle Social Media sowohl bei der Auflösung alter als auch der Erschaffung neuer Vorurteile bzgl. ADHS spielt. In diesem Kontext finde ich es hilfreich, zwischen einem primären und einem sekundären Stigma zu unterscheiden.

Das erste bzw. primäre Stigma der ADHS (das Kinder deutlich mehr betrifft als Erwachsene) besteht darin, dass die Betroffenen als nervig, störend und anstrengend bewertet werden – Zuschreibungen, die nicht selten Eingang in das Selbstkonzept der Betroffenen finden und sich noch im Erwachsenenalter als negative Grundannahmen über die eigene Person wiederfinden. Das zweite bzw. sekundäre Stigma hingegen ist komplexer und hat auf zwei Ebenen etwas mit dem Anzweifeln der Diagnose per se zu tun. Auf der Laien-Ebene umfasst dieses sekundäre Stigma, dass die Existenz einer ADHS als Störungsbild generell angezweifelt und ins Lächerliche gezogen wird – bzw. den Betroffenen (oder bei Kindern: deren Eltern) unterstellt wird, eine Rechtfertigung für nicht tolerable unangemessene Verhaltensweisen zu suchen und ggf. einer Sanktionierung zu entgehen, weil „man ja nicht anders kann“.

Jenes sekundäre Stigma existiert jedoch auch (und das ist sehr wichtig) auf der Experten-Ebene, d. h. unter Psychiatern und mitunter auch unter Psychotherapeuten. Das bedeutet: Entgegen starken wissenschaftlichen Befunden wird die Existenz des Störungsbilds entweder gänzlich geleugnet – oder aber diese Experten begegnen Menschen, bei denen ein Verdacht auf eine ADHS besteht, mit spöttischem Augenrollen und nehmen sie in einer Weise nicht ernst, die ich in Teil 2 bereits beschrieben habe. Doch woher kommt dieses Augenrollen? Nun, fehlende Fachkenntnis und Fortbildung sowie das unter ärztlichen Kollegen nicht selten eingeschränkte Grundverständnis für Wissenschaft sind ein Teil der Erklärung. Der andere Teil wiederum ist eher jüngeren Datums und hat viel mit bestimmten Entwicklungen in Social Media-Blasen zu tun.

TikTok: Ein Springbrunnen der Falschinformation

Was ich damit meine, ist die schiere Omnipräsenz des Themas ADHS (sowie des Themas „Autismus“, das fälschlicherweise mit ADHS immer wieder in einen gemeinsamen Topf mit der Aufschrift „Neurodiversität“ geworfen wird) auf TikTok und Instagram. Dort findet sich eine atemberaubende Fülle an Posts und Reels (meist von Laien, die meinen, sich selbst diagnostiziert zu haben) zu den angeblichen Symptomen von ADHS (und natürlich Autismus, was, wenn man TikTok glauben mag, eigentlich dasselbe ist). Das Problem: Ein Großteil dieser Informationen ist falsch, aber die Informationen verbreiten sich dennoch rasant – mit dem Ergebnis, dass Laien sie am Ende alleine deshalb glauben, weil sie sie oft genug gehört oder gelesen haben. Und das wiederum liegt daran, dass fast alle in diesen Social Media-Blasen voneinander „abschreiben“ und den gleichen Unsinn weiterverbreiten – einer der Gründe, warum ich diese Artikelreihe geschrieben habe. So kursiert auf TikTok z. B. die ursprünglich von einem Influencer in die Welt gesetzte Falschinformation, ADHS gehe mit mangelnder Objektpermanenz einher, wobei es sich um einen Begriff von Jean Piaget handelt, der beschreibt, dass einem Kind, wenn eine Bezugsperson z. B. das Haus verlässt, die Vorstellung fehlt, dass die Person immer noch existiert und zurückkehren wird – worüber dann vermeintlich Verlustängste erklärt werden. Tatsächlich ist diese Behauptung in jedem einzelnen Detail völlig unzutreffend und überdies an den Haaren herbeigezogen. Wer außerdem Teil 4 gelesen hat, weiß, dass ausgerechnet Verlustängste dasjenige Symptom sind, das eine ADHS am klarsten von einer Borderline-Störung unterscheidet.

Missbrauch der Diagnose als wertsteigerndes Etikett

Was aber nun seit einigen Jahren gehäuft passiert, ist, dass Menschen bei Psychiatern vorstellig werden, die sich auf Basis von TikTok-Reels eine Selbstdiagnose bzgl. ADHS gestellt haben. In Anbetracht des durch TikTok ausgelösten Hypes reden wir von wirklich sehr vielen und meist sehr jungen Menschen – und wenn man sich vorstellt, mit welcher Attitüde von auf Falschinformationen beruhender Pseudogewissheit diese einem Psychiater (oder Psychotherapeuten – auch mir ist das schon passiert) begegnen, kann man das Augenrollen schon viel besser nachvollziehen. Damit aber nicht genug: Wenn diese vermeintlich Betroffenen sich wenigstens aufgrund eines Leidensdrucks melden und sich eine Behandlung wünschen würden, wäre das ja noch vertretbar. Leider aber wird der Großteil nur vorstellig, um offiziell das Diagnose-Etikett zu bekommen – weil ADHS durch seine „lustige“ Darstellung in den sozialen Medien zu einer Art „Gimmick“ geworden ist, d. h. einer „coolen Zierde“, die zur Aufwertung der eigenen Person nach dem Motto „Ich bin etwas Besonderes – ich bin neurodivers“ genutzt wird. Das bedeutet, dass das primäre und das sekundäre Stigma in interessanter Weise verknüpft sind: Die Nutzung des Stempels „ADHS“ als Aufwertung der eigenen Person als „cool“ ist natürlich als krasse Gegenbewegung zum primären Stigma (ADHS = anstrengend, nervig, etc.) zu sehen, erweist dem Störungsbild sowie den real Betroffenen, die einen Leidensdruck haben (fun fact am Rande: Ohne Leidensdruck darf man die Diagnose gar nicht stellen) aber einen Bärendienst. Denn: Der Social Media-Hype führt über den beschriebenen Umweg leider wieder zu Vorurteilen und einer negativen Reaktion von sowohl Experten/Behandlern als auch Laien (die mit der Zeit von der Zurschaustellung der vermeintlichen ADHS-Betroffenen genervt sind), sodass die Betroffenen, die unter ihrer Symptomatik mehr leiden als dass sie sie toll finden, die Benachteiligten sind. Und zwar deshalb, weil sie wegen des riesigen Andrangs von Menschen, die „auf der Suche nach einem Etikett“ sind, keinen Facharzttermin mehr bekommen und weil sie, wenn sie dann mal einen ergattert haben, zu häufig einem Behandler gegenübersitzen, der ihnen aufgrund der beschriebenen Vorurteile mit Misstrauen sowie Hohn begegnet und mit den Augen rollt.

Wie in Teil 3 bereits deutlich geworden ist, führt diese relativ typische Reaktion von insbesondere Psychiatern allzu häufig dazu, dass tatsächlich Betroffene eine katastrophale Erfahrung (oft sogar die allererste) mit der „Psych-Abteilung“ des Gesundheitssystems machen, die darin mündet, dass ihnen eine adäquate Behandlung und oft auch eine gründliche Diagnostik verwehrt werden. Anders gesagt: Die Erleichterung, als Betroffener nach langer Suche und meist vielen falschen Diagnosen eine plausible und logische Erklärung für all die Probleme in der eigenen Lebensgeschichte (z. B. „Warum fiel mir alles immer so unglaublich schwer und fühlte sich so überfordernd an?“) gefunden zu haben und sich dadurch endlich „rückwirkend“ zu verstehen, trifft auf harte Enttäuschung über das ärztliche Gegenüber, welches all das nach drei Minuten Gespräch zunichtemacht. Und das ist nicht zuletzt deshalb tragisch, weil ADHS im Erwachsenalter in wirklich nicht wenigen Fällen lange unerkannt bleibt, obwohl es eigentlich diejenige Grunderkrankung ist, ohne die die Depression oder die Panikstörung kaum entstanden wäre. Daher mein nicht endender Appell an die Fachkollegen: Bitte behandelt den Ursprung der Problematik – und nicht nur mittels Antidepressiva die daraus folgende Angststörung, Zwangsstörung oder Depression. Das ergibt schlichtweg keinen Sinn.

Die Diagnose als Universalentschuldigung

Was ich wiederum mit psychiatrischen Kollegen teile, ist neben dem Augenrollen über Menschen auf der Suche nach einem Etikett auch der Ärger darüber, wenn vermeintlich Betroffene die Diagnose deshalb „wollen“, weil sie sie als Universalentschuldigung für unangemessenes Verhalten (Menschen aus Wut körperlich angehen, immer zu spät zur Arbeit kommen, die Rücklagen der Familie im Casino verprassen…) benutzen wollen. Damit verbunden ist oft eine unangebrachte Anspruchshaltung der Betroffenen dahingehend, dass ihr Umfeld (Ehepartner, Kollegen, Vorgesetzte oder auch die ganze Welt), weil sie ADHS haben, auf sie und ihre Eigenarten Rücksicht zu nehmen hat. In solchen Fällen liegt eine Funktionalität der Diagnose vor, der mit größter Vorsicht zu begegnen ist, weil die Gefahr besteht, dass Betroffene die Diagnose letztlich missbrauchen, um ihr Umfeld zu steuern, Regeln zu umgehen und sich Anforderungen zu entziehen. Meine klare Haltung hierzu lautet: Eine Diagnose dient immer dazu, eine Behandlung zu begründen und nicht dazu, von der Verantwortung für das eigene Leben und Handeln entbunden zu werden. Ja, ADHS bedeutet, dass Betroffenen viele Dinge schwerer fallen als Nichtbetroffenen, und zwar ohne dass sie daran schuld sind, weil die Störung größtenteils genetisch bedingt ist. Genau deswegen gibt es „Nachteilsausgleiche“ durch z. B. medikamentöse Behandlung oder alternativ z. B. die Erlaubnis, während einer Klassenarbeit schallisolierende Kopfhörer zu tragen, um sich vor ablenkenden Reizen zu schützen, die die Konzentration gefährden. Aber in genau gleicher Weise, wie ich es auch meinen Patienten mit ADHS sage, schreibe ich es auch hier: Man hat als Betroffener keine Schuld daran, die Störung zu haben, aber es obliegt einem die Verantwortung dafür, mit dieser so umzugehen und sein Handeln so in den Griff zu bekommen, dass andere davon nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Sprich: Mit der Diagnose gilt es, Verantwortung zu übernehmen – nicht, sich dieser zu entledigen. Betroffene, die dies nicht tun, bestätigen und befeuern leider genau die Vorurteile, die ich zu Beginn des Artikels beschrieben habe und die genau deswegen leider eine reale Basis haben und nicht von der Hand zu weisen sind.

Wie wiederum Betroffene Verantwortung für ihre ADHS übernehmen können, werde ich im sechsten und letzten Teil dieser Artikelreihe beantworten.

© Dr. Christian Rupp 2025

Über das Phänomen „Orbiting“: Das Ghosting 2.0?

Durch das Interview mit dem Journalisten Martin Busse vom Magazin „Mannschaft“ (nachzulesen hier) kam es vor ca. einem Monat dazu, dass eine freie Journalistin bei mir wegen eines Interviews zum Thema Orbiting anfragte. Hierbei handelt es sich, kurz gesagt, um das Phänomen, dass Person A Person B ghostet, aber dann doch, z. B. über soziale Medien, indirekt im Dunstkreis von Person B bleibt, indem sie beispielsweise Twitter-Beiträge oder Instagram-Posts liked. Da meine ausführlichen Interviewantworten in dem endgültigen Zeitungsartikel leider nur sehr stichprobenartig vorkommen, veröffentliche ich sie hier in einem eigenen Blogbeitrag, der sich an den 6 Fragen der Journalistin an mich orientiert.

Warum betreiben Menschen Orbiting?

Auch wenn mir keine spezifische psychologische Forschung zu diesem Thema bekannt ist, so würde ich vermuten, dass es zwei wesentliche Motive hinter dem Verhalten gibt, sich zwar aus dem direkten zwischenmenschlichen Kontakt zurückzuziehen, jedoch „auf Umwegen“ immer noch am Leben der anderen Person teilzuhaben. Das erste Motiv scheint mir das Streben nach Kontrolle zu sein, also danach, die Person, die man eigentlich „geghostet“ hat, weiterhin „im Auge zu behalten“ und, z. B. getrieben von Eifersucht, daraufhin im Blick zu behalten, ob sie sozial positive Rückmeldungen erhält, gemocht wird, etc. Das andere naheliegende Motiv besteht vermutlich in einer ausgeprägten Ambivalenz derjenigen Person, die orbiting-Verhalten zeigt. D. h., das Orbiting stellt eine scheinbare Lösung für die Bindungsambivalenz der Person dar, die daraus besteht, dass sie, aus den unterschiedlichsten Gründen, von der anderen Person gerne Abstand möchte, aber es dann doch irgendetwas derart Anziehendes an der Person gibt, das sie dazu verleitet, immer wieder auf indirektem Wege an ihrem Leben teilzuhaben – vielleicht aus dem Gedanken heraus, dass man sich die Person ja doch noch „für später warmhalten“ kann.

Ist es immer ein bestimmter Typ Mensch, der Orbiting betreibt?

Auch hier kann ich nicht aufgrund von Forschungsergebnissen antworten, sondern nur aufgrund meiner psychologischen Grundkenntnis und meiner Berufserfahrung als Psychotherapeut. Das vorausgesetzt, würde ich nicht vermuten, dass nur ein bestimmter Typ Mensch Orbiting betreibt. Naheliegend ist es sicherlich, dass Menschen mit einem ambivalenten Bindungsstil und solche mit ausgeprägterer Selbstunsicherheit zu diesem Verhalten neigen (wegen der Angst vor der direkten Konfrontation) – ebenso wie Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung, bei denen derartiges Verhalten Teil der imponierenden Instabilität ist. Aber mit ziemlich großer Sicherheit hat meiner Einschätzung nach nur ein geringer Teil der Menschen, die Orbiting betreiben, eine psychische Störung.

Wie merke ich, dass jemand Orbiting mit mir betreibt?

Das haben Sie ja im Grunde schon selbst beschrieben. In der Regel fällt es im Bereich der sozialen Medien auf, da man dort nachverfolgen kann, wenn z. B. bei Instagram ein Foto geliked wurde oder die betreffende Person bei WhatsApp in meinen Status geschaut hat. Aber auch im realen Leben tritt dies auf, z. B. wenn eine Person, die eigentlich nicht mehr Teil meines Lebens ist, scheinbar „zufällig“ zur selben Zeit wie ich einkaufen geht oder unnötigerweise an meinem Haus vorbeifährt, um „mal unauffällig zu schauen, was los ist“. In extremen Fällen würde man hier von Stalking sprechen.

Wie komme ich aus einer Orbiting-Situation wieder raus?

Wenn es von der Ausprägung her in Richtung Stalking im realen Alltagsleben geht, würde ich aufgrund der dahingehend verbesserten Gesetzeslage immer dazu raten, sich an die Polizei zu wenden. Wenn das Orbiting lediglich im Bereich der sozialen Medien stattfindet, würde ich Betroffenen empfehlen, den betreffenden Menschen entweder mit dem Momentum der Überraschung zu konfrontieren (vielleicht einfach mal stumpf anschreiben und fragen, warum er/sie meine Bilder liked, aber mir seit Wochen nicht antwortet) oder aber einfach die Funktionen der sozialen Medien zu nutzen und die Person auf allen Kanälen zu blocken. Kommt es dann zu Stalking im realen Leben, sollte man sich wiederum an die Polizei wenden.

Wie kann ich verhindern, dass jemand Orbiting betreibt oder dass ich Orbiting mit einem Menschen betreibe?

Ich denke nicht, dass man Orbiting prophylaktisch verhindern kann. Das ginge höchstens dadurch, eine Person, die sich bei mir nicht mehr meldet, schon frühzeitig aktiv zu blockieren. Wichtiger scheint mir, wie in der vorherigen Frage beschrieben, die nötigen Grenzen zu setzen, sobald es passiert. Wenn es um einen selbst geht, so ist es sicherlich gut, die unter Frage 1 beschriebenen inneren Prozesse in sich selbst zu reflektieren und sich zu fragen, warum man von der Person nicht ablassen kann, sich aber auch nicht bei ihr meldet. Psychisch gesund ist es sicherlich eher, ambivalente Zustände nicht ewig aufrechtzuerhalten, sondern durch eine bewusste Entscheidung für oder gegen diese Person für Klarheit zu sorgen.

Wurde Orbiting durch Social Media erschaffen oder verstärkt? 

Erschaffen wurde es hierdurch sicherlich nicht, da es entsprechende Tendenzen (siehe Frage 3) schon früher gab und das Thema wahrscheinlich so alt wie die Menschheit ist. Allerdings haben soziale Medien orbiting natürlich viel einfacher und dadurch viel besser sichtbar gemacht. Neu ist im Gegensatz zu den alten orbiting-Methoden im realen Leben ist allerdings nach meiner Einschätzung, dass die Hemmschwelle niedriger ist – weil die Scham, die man vielleicht noch beim Ertappt Werden im realen Leben empfunden hätte, in den Weiten des Internets natürlich wegfällt.

Der Artikel in der WELT

Den am 5.11.21 online in der WELT veröffentlichten Artikel kann man hier nachlesen. Der Absatz, in dem ich in (kleinen) Auszügen wiedergegeben werde, ist dieser:

Leider ist dieser Fall ein solcher, bei dem ich es im Nachhinein ein Stück weit bereue, ein Interview gegeben zu haben. Zwar werde ich korrekt zitiert (auch wenn es ein wenig wo wirkt, als käme das mit den 99 % von mir, was es nicht tut), jedoch fühle ich mich nicht wirklich wohl damit, in einem Artikel aufzutauchen, der vom Stil her ein wenig an die Bravo erinnert und nicht meinen Geschmack in Sachen Seriosität trifft. Zumal es natürlich schade ist, dass aus meinen Interviewantworten nur so ein kleiner Bruchteil verwendet wurde, und dann nicht einmal das, was aus meiner Sicht interessant oder wissenswert gewesen wäre – wobei es journalistisch auch angemessen gewesen wäre, bei der Frage nach dem Typ Mensch, der Orbiting betreibt, nicht nur die Sichtweise des Kollegen Steffes-Holländer, der narzisstische Motive ins Feld führt, zu erwähnen, sondern daneben auch meine Sichtweise (s. o., zweite Frage). Daher missfällt mir auch die Überschrift ein gutes Stück weit. Und dann ist leider ausgerechnet in dem oben abgebildeten Abschnitt noch ein Tippfehler (bei „oder Person“ fehlt ein „die“). Alles in allem ein bisschen sad.

An dieser Stelle möchte ich umso mehr noch einmal erwähnen, dass ich mit Presseanfragen zu psychologischen Themen bisher stets gute Erfahrungen gemacht habe und dieser Fall eine Ausnahme darstellt. Und da so ein Vorfall mir vor Augen führt, wie gut ich selbst schreiben kann, habe ich das diese Woche gleich zweimal wieder getan – nämlich mit eben diesem Artikel und hier zum Thema Gendern, drittem Geschlecht & Co.

© Dr. Christian Rupp 2021

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