Passe ich zu Ihnen?

Dafür, dass Psychotherapie wirken kann, ist es eine ausschlaggebende Voraussetzung, dass Therapeut:in und Patient:in sich gut verstehen und, wie man so schön sagt, „die Chemie stimmt“. Dies ist vor allem dann gegeben, wenn Sympathie entsteht, und dies hängt wiederum stark davon ab, ob man gemeinsame Grundüberzeugungen, Weltanschauungen, Wertvorstellungen sowie (ganz wichtig) denselben Humor teilt – sowie, ob man dasselbe Ziel verfolgt.

Über meinen beruflichen Werdegang können Sie alles unter „Vita“ nachlesen. Vielleicht möchten Sie aber eher wissen, was ich für ein Mensch bin, und das ist völlig legitim. Folgendes dürfen Sie gerne über mich wissen: Ich bin verheiratet, habe keine Kinder und wohne mit meinem Mann und dem Hund Eddie 18 Autominuten von meiner Praxis entfernt. Ich mag Hunde mehr als Katzen und esse im Zweifelsfall lieber Chips als Schokolade. Ich bin kein sonderlich ernster und bisweilen ziemlich selbstironischer Mensch, lache oft und gerne, ziehe eine differenzierte und kluge Art des Denkens jeglicher dogmatischen Schwarz-Weiß-Malerei vor und bin so gut wie niemals pünktlich, auch nicht bei meinen Patiententerminen.

Jenseits von meinem Beruf, dem ich neben meiner Praxistätigkeit ja auch in schreibender Autorenfunktion nachgehe (in meinem Blog psycholography bzw. für mein 2024 erscheinendes Buch), ist meine erste große Leidenschaft die naturnahe, ökologische und tierfreundliche Gestaltung der eigenen Gärten (des großen Gartens an unserem eigenen Haus und des kleinen Gartens, den ich hinter meiner Praxis angelegt habe), wozu ich mir in den letzten Jahren, durchaus mit Hilfe von Inspiration durch einen ehemaligen Patienten, viel Wissen angeeignet und Begeisterung entwickelt habe. Menschen mit Interesse an diesem Thema finden vielleicht hier Anregung und Inspiration (eigener themenspezifischer Instagram-Kanal, frei von Monetarisierung).

Meine zweite große berufsfremde Leidenschaft ist die Physik. Dabei begeistern mich insbesondere die Astrophysik und Kosmologie sowie die Physik des Allerkleinsten (Quantenfeldtheorien/Quantenmechanik) so sehr, dass mir hier und da auch in einer Therapiesitzung eine Analogie aus diesem Bereichen einfällt. Sollte mir z. B. so etwas über die Lippen kommen wie „Sie können es nicht tun und gleichzeitig nicht tun – Sie sind kein Elektron, sondern ein Mensch“, so sehen Sie es mir bitte nach und fragen Sie mich bei Bedarf, was genau ich meine. Und mein dritter Begeisterungsbereich, der nichts direkt mit meinem Beruf zu tun hat, ist Raum- und Wohndesign. Einen kleinen Eindruck hiervon erhalten Sie in meiner Praxis, in der sich dem interessierten Auge auch leicht die Vorliebe für Designklassiker wie Vitra, USM Haller, Carl Hansen, Philippe Starck oder Fritz Hansen offenbart – stets in Kombination mit skandinavischen, antiken und auch unerwarteten Elementen, sodass ein von Kontrasten geprägtes harmonisches Gesamtbild entsteht. In Sachen Holz zieht sich durch die gesamte Praxis übrigens sehr konsequent mein Lieblingsbaum: die Eiche – die nicht zuletzt deshalb auch im Praxis-Logo enthalten ist.

Damit Sie außerdem meine therapeutische Haltung und Arbeitsweise schon vor Ihrer Anfrage ein wenig kennenlernen und entscheiden können, ob ich für Sie tatsächlich ein passender Therapeut wäre, habe ich die folgende Checkliste zusammengestellt, die Sie Punkt für Punkt durchgehen können.

Ein für Sie passender Therapeut bin ich, wenn…

(1) Sie eine Therapie weder deshalb machen wollen, weil jemand Ihnen gesagt hat, dass Sie es tun sollen, noch, weil Sie „einfach mal reden“ wollen – sondern weil Sie selbst etwas Bestimmtes (d. h. eigene Verhaltens- oder Denkweisen) in Ihrem Leben verändern wollen und hierfür professionelle Unterstützung suchen.

Was Sie wissen sollten: Ich bin ein sehr veränderungsorientierter Psychotherapeut, und ich denke und arbeite zwar sehr integrativ und schulenübergreifend, aber bin doch vorwiegend in der Verhaltenstherapie verwurzelt. Wenn Sie hauptsächlich jemanden suchen, der Ihnen zuhört, ohne eine Veränderung einzuleiten, bin ich daher sehr wahrscheinlich nicht der „Richtige“ für Sie.

(2) Sie nicht das Ziel verfolgen, eine passende Diagnose zu erhalten, damit Ihr Rentenantrag besser durchgeht oder Sie einen höheren GdB erhalten – oder durch den Beginn einer Therapie erreichen wollen, dass Ihre Krankenkasse Sie beim Beziehen von Krankengeld „in Ruhe lässt“.

Was Sie wissen sollten: Ich bin dafür da, Menschen zu helfen, die etwas an sich verändern und ihre psychische Situation verbessern wollen. Ein Missbrauch meiner Arbeitszeit durch Zielsetzungen wie die oben beschriebenen ärgert mich maßlos. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

(3) Sie an einem Verhältnis auf Augenhöhe interessiert sind, bei dem Sie Hilfe zur Selbsthilfe erhalten und ich Ihnen dabei helfe, Ihre Veränderungsziele zu erreichen – wobei die Verantwortung für die Umsetzung der Veränderungsschritte stets bei Ihnen liegt.

Was Sie wissen sollten: Ich gebe weder das Ziel vor, noch präsentiere ich Ihnen eine Wunderlösung, wie Ihr Problem verschwindet. Ich kann Ihnen Lösungswege aufzeigen, aber gehen müssen Sie diese schließlich selbst. Psychotherapie bedeutet Arbeit, aber eben zusammen (mehr dazu hier).

(4) Sie es gut abkönnen, wenn jemand Sie nicht „in Watte packt“, sondern Ihnen ehrlich sagt, wo Ihr Anteil an Ihrem Problem liegt, damit Sie das Ruder selbst in die Hand nehmen und etwas ändern können.

Was Sie wissen sollten: Ich sehe meine Hauptaufgabe nicht darin, Menschen beim Klagen zuzuhören, sie zu bemitleiden oder ihnen in ihren Sichtweisen immer nur recht zu geben, da sich hierdurch nichts am Problem ändert. Ich bin von meinem therapeutischen Stil her sehr klar, transparent, und mitunter konfrontativ, dabei aber stets empathisch. Sie können sich darauf verlassen, dass ich Ihnen ehrlich begegne und meine, was ich sage, sodass es keine „versteckte Ebene dahinter“ gibt. Es gibt viele Kolleg:innen, die meinen, man müsse Menschen mit psychischen Problemen nicht wie normale Menschen, sondern wie rohe Eier behandeln, worunter dann aber leider oft die Klarheit leidet und vor lauter Behutsamkeit das wirklich Wichtige nie gesagt wird. Ich teile diese Auffassung explizit nicht und sehe mein Gegenüber nicht als jemanden, der durch sein Problem definiert wird, sondern als normalen Menschen mit einem Problem, dem ich etwas zutrauen und auch zumuten kann.

(5) Sie Humor haben und gerne lachen.

Was Sie wissen sollten: Ich bin ein sehr humorvoller Mensch und nutze dies in der Therapie viel, weil sich alleine dadurch bereits manch andere Perspektive auftut. Ich denke, ich kann durchaus behaupten, dass in meinem Therapieraum mindestens genauso viel gelacht wie geweint wird, was gleichermaßen für die Einzel- wie die Gruppentherapie gilt. Das hat auch etwas damit zu tun, dass ich kein Fan davon bin, belastende Dinge noch ernster zu nehmen, als sie es ohnehin schon sind. Und deshalb bin ich ganz ausdrücklich der Meinung, dass man über psychische Probleme durchaus auch lachen kann und hierin sogar jede Menge Potenzial für Veränderung steckt.

(6) Sie sich einen Psychotherapeuten wünschen, der Ihnen auf einer persönlichen Ebene als Mensch begegnet, Ihnen seine eigene Persönlichkeit zeigt und authentisch ist, anstatt eine professionelle Rolle zu spielen.

Sie sollten wissen, dass es zu meiner Grundhaltung als Psychotherapeut gehört, mich menschlich zu verhalten und authenthisch zu sein, weil ich der Auffassung bin, dass es diese Haltung braucht, wenn ich erwarte, dass mein Patient sich mir auch öffnet und mich an ihn „ranlässt“ . Außerdem möchte ich auch auf einer Metaebene meinem Gegenüber nicht vermitteln, dass man sich künstlich verstellen muss, sondern dass man am besten als derjenige in eine menschliche Begegnung geht, der man ist – d. h. als Mensch mit Stärken und Schwächen. Natürlich bin ich, wenn wir gemeinsam eine Therapie durchführen, Ihr kompetenter Begleiter und kann sicherlich bei vielem helfen, aber ich kann weder alles noch weiß ich auf alles eine schlaue Antwort. Wenn Sie einen Therapeuten suchen, der professionell-distanziert in seiner therapeutischen Rolle verharrt oder zu dem Sie wie zu einem übermenschlichen Wesen (das weiß, „wo’s lang geht“) aufschauen können, dann sind Sie bei mir derweil falsch. Das sind Sie ebenso, wenn Sie meinen, dass Psychotherapeuten zu einem gewissen Kleidungsstil verpflichtet sind, der „Seriösität“ vermittelt. Ich trage das, was mir gefällt und worin ich mich wohl fühle. Das kann ab und zu mal der stereotype Rollkragenpullover oder ein Oberhemd sein, es kann aber auch mal etwas Ausgefallenes und Ungewöhnliches sein, das man nicht tagtäglich auf Groß Rheides Straßen sieht. Meistens bin ich jedoch ziemlich sportlich unterwegs und bin der Auffassung, dass ich kompetent und fähig genug bin, um die Menschen, die mich aufsuchen, nicht durch meine Kleidung davon überzeugen zu müssen.

(7) Ihr Hauptanliegen keine Borderline-Störung oder Suchterkrankung ist.

Was Sie wissen sollten: Auf diese Bereiche bin ich nicht spezialisiert.

(8) Ihr Hauptproblem in zwischenmenschlichen Problemen, d. h. in der Interaktion mit anderen Menschen, oder in einer Zwangs- oder Angststörung besteht oder Sie an Biographiearbeit mittels IRRT (nachzulesen hier) interessiert sind.

Was Sie wissen sollten: Hierauf bin ich spezialisiert und habe viel Behandlungserfahrung. Zudem liegen in diesen Bereichen auch meine Hauptinteressen und -kenntnisse als Psychotherapeut (siehe Schwerpunkte).

(9) Sie Wissenschaft zu schätzen wissen und Ihnen wichtig ist, dass Sie eine Behandlung erhalten, die sowohl auf wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch auf angewandtem gesunden Menschenverstand beruht und nachgewiesenermaßen wirksam ist, und zwar über den Placeboeffekt hinaus.

Was Sie wissen sollten: Ich bin nicht nur Psychotherapeut, sondern auch Psychologe und Doktor der Naturwissenschaft (was das bedeutet, können Sie hier, hier und hier nachlesen), der selbst im Bereich der Psychotherapieforschung publiziert hat und als wissenschaftlicher Gutachter tätig war (Publikationsliste zu finden hier). Das bedeutet, dass ich aufgrund der fehlenden Wirknachweise esoterisch geprägte bzw. „alternative“ Ansätze in der Psychotherapie und Medizin ebenso problematisch einstufe wie z. B. Homöopathie (nachzulesen z. B. hier) und viele andere, oft von Heilpraktiker:innen angewandte, nicht evidenzbasierte Methoden wie z. B. „Elektroakupunktur“, „Rückführungen“, „Familienaufstellungen nach Hellinger“ oder Kinesiologie, um nur einige zu nennen. Im Bereich von Psychotherapie und Medizin darüber aufzuklären, welche Behandlungsmethoden evidenzbasiert sind und welche nicht, ist mir ein großes Anliegen. Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass ich mit Patient:innen, die in entsprechenden Glaubensrichtungen verwurzelt und von derartigen Ansätzen überzeugt sind, nicht gut arbeiten kann, weil die Grundüberzeugungen zu unterschiedlich sind und somit die Basis für eine gemeinsame Arbeit fehlt. Dies gilt in gleichem Maße für Menschen, die Naturwissenschaft als solche ablehnen und ggf. sogar an Verschwörungmythen glauben. Die Weltanschauung und das Wertesystem wären in dem Fall so unterschiedlich, dass wir unmöglich psychotherapeutisch zusammenarbeiten könnten. Gleiches gilt für Menschen, die sich mit der „Querdenken“-Bewegung oder anderen radikalen Gruppierungen identifizieren: Wir werden keine gemeinsame Basis finden, denn als Naturwissenschaftler interpretiere ich Kants Leitsatz der Aufklärung, der eingerahmt in Neonschrift über meinem Schreibtisch hängt, deutlich anders.

(10) Sie sich selbst der LGBTQIA+-Community zugehörig fühlen, also sich z. B. als schwul oder lesbisch identifizieren, oder als Nicht-Angehöriger dieser Gruppe eine tolerante Haltung ihr gegenüber aufweisen, Ihr Hauptanliegen jedoch nicht die Erstellung eines Gutachtens ist, welches für eine geschlechtsangleichende Operation bei Transgender-Personen benötigt wird.

Was Sie wissen sollten: Ich bin selbst mit einem Mann verheiratet und sehe es als Selbstverständlichkeit, dass die sexuelle Orientierung keine Bedeutung bei der Bewertung von Menschen spielt. Auch wenn wir daher eine betont queer-freundliche Praxis sind, sind natürlich heterosexuelle Menschen ebenso willkommen, im Gegensatz zu Menschen, die schwulen-, lesben- oder transgenderfeindliche Überzeugungen haben. Letzteres dulde ich in meiner Praxis explizit nicht. Transidente Personen, die ein Gutachten für eine geschlechtsangleichende Operation benötigen, verweise ich gerne an die Transgender-Ambulanzen des WKK Heide oder des ZiP in Kiel weiter, da ich derartige Gutachten nicht erstelle.

…Und?

Sie konnten allen Punkten zustimmen und waren dabei wirklich ehrlich? Es bringt nichts, wenn Sie sich hierbei selbst belügen, auch wenn der Wunsch groß ist, dass ich Ihnen vielleicht helfen kann.

Wenn ja, wunderbar – schicken Sie uns ein Kontaktformular oder rufen zu den Telefonzeiten an. Wenn nein, ist das kein Problem und ist nichts falsch mit Ihnen – aber Sie sollten sich besser bei einer Kollegin oder einem Kollegen melden, denn die passende Chemie ist das A&O in der Psychotherapie.