Passe ich zu Ihnen?

Dafür, dass Psychotherapie wirken kann, ist es eine ausschlaggebende Voraussetzung, dass Therapeut:in und Patient:in sich gut verstehen und, wie man so schön sagt, „die Chemie stimmt“. Dies ist vor allem dann gegeben, wenn Sympathie entsteht, und dies hängt wiederum stark davon ab, ob man gemeinsame Grundüberzeugungen, Weltanschauungen, Wertvorstellungen sowie (ganz wichtig) denselben Humor teilt – sowie, ob man dasselbe Ziel verfolgt.

Über meinen beruflichen Werdegang können Sie alles unter „Vita“ nachlesen. Vielleicht möchten Sie aber eher wissen, was ich für ein Mensch bin, und das ist völlig legitim. Folgendes dürfen Sie gerne über mich wissen: Ich bin verheiratet, habe keine Kinder und wohne mit meinem Mann in Eckernförde. Ich mag Hunde mehr als Katzen und esse im Zweifelsfall lieber Chips als Schokolade. Das Zeitgefühl verliere ich am ehesten beim Einrichten und Gestalten von Räumen, bei der Gartenarbeit und beim Schreiben von Beiträgen für meinen Blog psycholography. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit Mann und Hund an den Stränden und der wunderschönen Natur von Schleswig-Holstein, das ich seit 2018 meine Wahlheimat nenne.

Damit Sie außerdem meine therapeutische Haltung und Arbeitsweise schon vor Ihrer Anfrage ein wenig kennenlernen und entscheiden können, ob ich für Sie tatsächlich ein passender Therapeut wäre, habe ich die folgende Checkliste zusammengestellt, die Sie Punkt für Punkt durchgehen können.

Ein für Sie passender Therapeut bin ich, wenn…

(1) Sie eine Therapie weder deshalb machen wollen, weil jemand Ihnen gesagt hat, dass Sie es tun sollen, noch, weil Sie „einfach mal reden“ wollen – sondern weil Sie selbst etwas Bestimmtes (d. h. eigene Verhaltens- oder Denkweisen) in Ihrem Leben verändern wollen und hierfür professionelle Unterstützung suchen.

Was Sie wissen sollten: Ich bin ein sehr veränderungsorientierter Psychotherapeut, und ich denke und arbeite zwar sehr integrativ und schulenübergreifend, aber bin doch vorwiegend in der Verhaltenstherapie verwurzelt. Wenn Sie hauptsächlich jemanden suchen, der Ihnen zuhört, ohne eine Veränderung einzuleiten, bin ich daher sehr wahrscheinlich nicht der „Richtige“ für Sie.

(2) Sie nicht das Ziel verfolgen, eine passende Diagnose zu erhalten, damit Ihr Rentenantrag besser durchgeht oder Sie einen höheren GdB erhalten – oder durch den Beginn einer Therapie erreichen wollen, dass Ihre Krankenkasse Sie beim Beziehen von Krankengeld „in Ruhe lässt“.

Was Sie wissen sollten: Ich bin dafür da, Menschen zu helfen, die etwas an sich verändern und ihre psychische Situation verbessern wollen. Ein Missbrauch meiner Arbeitszeit durch Zielsetzungen wie die oben beschriebenen ärgert mich maßlos. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

(3) Sie an einem Verhältnis auf Augenhöhe interessiert sind, bei dem Sie Hilfe zur Selbsthilfe erhalten und ich Ihnen dabei helfe, Ihre Veränderungsziele zu erreichen – wobei die Verantwortung für die Umsetzung der Veränderungsschritte stets bei Ihnen liegt.

Was Sie wissen sollten: Ich gebe weder das Ziel vor, noch präsentiere ich Ihnen eine Wunderlösung, wie Ihr Problem verschwindet. Ich kann Ihnen Lösungswege aufzeigen, aber gehen müssen Sie diese schließlich selbst. Psychotherapie bedeutet Arbeit, aber eben zusammen (mehr dazu hier).

(4) Sie es gut abkönnen, wenn jemand Sie nicht „in Watte packt“, sondern Ihnen ehrlich sagt, wo Ihr Anteil an ihrem Problem liegt, damit Sie das Ruder in die Hand nehmen und etwas ändern können.

Was Sie wissen sollten: Ich sehe meine Hauptaufgabe nicht darin, Menschen beim Klagen zuzuhören oder Sie zu bemitleiden, da sich hierdurch nichts am Problem ändert, und bin von meinem therapeutischen Stil her sehr konfrontativ.

(5) Sie Humor haben und gerne lachen.

Was Sie wissen sollten: Ich bin ein sehr humorvoller Mensch und nutze dies in der Therapie viel, weil sich alleine dadurch bereits manch andere Perspektive auftut. Ich denke, ich kann durchaus behaupten, dass in meinem Therapieraum mindestens genauso viel gelacht wie geweint wird.

(6) Ihr Hauptanliegen keine Essstörung, Borderline-Störung, Posttraumatische Belastungsstörung oder Suchterkrankung ist.

Was Sie wissen sollten: Auf diese Bereiche bin ich nicht spezialisiert.

(7) Ihr Hauptproblem in zwischenmenschlichen Problemen, d. h. in der Interaktion mit anderen Menschen, oder in einer Zwangsstörung besteht oder Sie an Biographiearbeit mittels IRRT (nachzulesen hier) interessiert sind.

Was Sie wissen sollten: Hierauf bin ich spezialisiert und habe viel Behandlungserfahrung. Zudem liegen in diesen Bereichen auch meine Hauptinteressen als Psychotherapeut (siehe Schwerpunkte).

(8) Sie Wissenschaft zu schätzen wissen und Ihnen wichtig ist, dass Sie eine Behandlung erhalten, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und nachgewiesenermaßen wirksam ist, und zwar über den Placeboeffekt hinaus.

Was Sie wissen sollten: Ich bin nicht nur Psychotherapeut, sondern auch Psychologe und Doktor der Naturwissenschaft (was das bedeutet, können Sie hier, hier und hier nachlesen), der selbst im Bereich der Psychotherapieforschung publiziert hat (Publikationsliste zu finden hier). Das bedeutet, dass ich aufgrund der fehlenden Wirknachweise esoterisch geprägter Ansätze in der Psychotherapie und Medizin ebenso ablehne wie z. B. Homöopathie (nachzulesen z. B. hier, zudem nachzuschauen hier) sowie viele von Heilpraktiker:innen angewandte, nicht evidenzbasierte Methoden wie z. B. „Elektroakupunktur“, „Rückführungen“, „Familienaufstellungen nach Hellinger“ oder Kinesiologie, um nur einige zu nennen. Im Bereich von Psychotherapie und Medizin darüber aufzuklären, welche Behandlungsmethoden evidenzbasiert sind und welche nicht, ist mir ein großes Anliegen. Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass ich mit Patient:innen, die in entsprechenden Glaubensrichtungen verwurzelt und von derartigen Ansätzen überzeugt sind, nicht gut arbeiten kann, weil die Grundüberzeugungen zu unterschiedlich sind und somit die Basis für eine gemeinsame Arbeit fehlt. Dies gilt in gleichem Maße für Menschen, die Naturwissenschaft als solche ablehnen und ggf. sogar an Verschwörungmythen glauben. Aus aktuellem Anlass gilt dies insbesondere für Menschen, die sich entweder deswegen oder weil sie die persönliche Freiheit über gesellschaftliche Solidarität stellen, nicht gegen das Corona-Virus SARS-Cov-2 impfen lassen oder die Pandemie gar leugnen. Wie auch bei den Aspekten Esoterik, Homöopathie & Co. gilt hier: Die Weltanschauung und das Wertesystem wären in dem Fall so unterschiedlich, dass wir unmöglich psychotherapeutisch zusammenarbeiten könnten. Gleiches gilt für Menschen, die sich mit der „Querdenken“-Bewegung identifizieren: Wir werden keine gemeinsame Basis finden, denn als Naturwissenschaftler interpretiere ich Kants Leitsatz der Aufklärung, der eingerahmt in Neonschrift über meinem Schreibtisch hängt, deutlich anders.

(9) Sie sich selbst der LGBTQIA+-Community zugehörig fühlen, also sich z. B. als schwul oder lesbisch identifizieren, oder als Nicht-Angehöriger dieser Gruppe eine tolerante Haltung ihr gegenüber aufweisen, ihr Hauptanliegen jedoch nicht die Erstellung eines Gutachtens ist, welches für eine geschlechtsangleichende Operation bei Trans-Personen benötigt wird.

Was sie wissen sollten: Ich bin selbst mit einem Mann verheiratet und sehe es als Selbstverständlichkeit, dass die sexuelle Orientierung keine Bedeutung bei der Bewertung von Menschen spielt. Auch wenn wir daher eine betont queer-freundliche Praxis sind, sind natürlich heterosexuelle Menschen ebenso willkommen, im Gegensatz zu Menschen, die schwulen-, lesben- oder transgenderfeindliche Überzeugungen haben. Letzteres dulde ich in meiner Praxis explizit nicht. Transidente Personen, die ein Gutachten für eine geschlechtsangleichende Operation benötigen, verweise ich gerne an die Transgender-Ambulanz des WKK Heide weiter, da ich derartige Gutachten nicht erstelle.

…Und?

Sie konnten allen Punkten zustimmen und waren dabei wirklich ehrlich? Es bringt nichts, wenn Sie sich hierbei selbst belügen.

Wenn ja, wunderbar – schicken Sie uns ein Kontaktformular oder rufen zu den Telefonzeiten an. Wenn nein, ist das kein Problem und ist nichts falsch mit Ihnen – aber Sie sollten sich besser bei einer Kollegin oder einem Kollegen melden, denn die passende Chemie ist das A&O in der Psychotherapie.