psycholography

Über das neue Praxis-Logo

Den ersten Tag meines Urlaubs habe ich als Anlass dafür genommen, das schon vor einigen Wochen entwickelte neue Praxis-Logo zu veröffentlichen, worüber ich mich sehr freue.

Das neue Logo bringt nicht nur Farbe ins Spiel, es hat auch direkt mehrere gut durchdachte Bedeutungsebenen, die letztlich alle etwas mit meiner Arbeit als Psychotherapeut, dem Design meiner Praxis – und damit zu tun haben, wie ich in den letzten 19 Monaten Schleswig-Holstein kennen und lieben gelernt habe.

Wer das neue Logo lieber selbst deuten möchte, sollte nun besser nicht weiterlesen, denn nun kommt das, was ich mir dabei gedacht habe…

  1. (Sonnen-)Gelb und (Petrol-)Blau sind nicht umsonst die leitenden Farben in der gesamten Praxis, denn sie sind 1) meine Lieblingsfarben, 2) die Farben der Wappen des Kreises Schleswig-Flensburg und des Amts Kropp-Stapelholm und stehen 3) symbolisch für Sonne und Meer – was mich vor knapp zwei Jahren nach Schleswig-Holstein gebracht hat.
  2. Das Logo zeigt zwei Eichenblätter. Eichen stehen für Stabilität, ihr Holz ist langlebig und robust. Als mein Lieblingsbaum und als Symbol für das, worum es in einer Psychotherapie fast immer geht (nämlich Stabilität) hat die Eiche nicht nur in Form von Möbeln Eingang in die Praxis gefunden, sondern auch in das neue Praxislogo. Und dann wäre da noch die Verbindung zu den Eichenblättern: Sie zieren nämlich auch das Wappen von Groß Rheide, meinem neuen Praxisstandort ab November 2020.
  3. Der Raum zwischen den Eichenblättern zeigt in stark verfremdeter Form die Silhouette Schleswig-Holsteins, eingerahmt von Nord- und Ostsee. Dies war mir nicht nur wichtig, weil ich das Bundesland zwischen den Meeren und seine Menschen so sehr in mein Herz geschlossen habe, sondern auch, weil die Praxis so ziemlich genau in der Mitte zwischen Nord- und Ostsee liegt.
  4. Die Form des Logos sollte bewusst ein Kreis sein, denn Kreise symbolisieren gleichzeitig Ganzheit und Dynamik – worin sich wiederum die Ziele und der Prozess einer Psychotherapie widerspiegeln.
  5. Wen das Logo an Yin & Yang erinnert, liegt auch nicht völlig falsch, denn Blau und Gelb sind Komplementärfarben und ergänzen sich ebenso, wie mitunter scheinbare Widersprüche innerhalb einer Person zusammenfinden und zu etwas Neuem (etwas Ganzem) werden.

Der Rest der Interpretation obliegt jedem persönlich – was war Ihre spontane Assoziation?

Über die Bedeutung eines Doktortitels

Dieser Artikel stellt die Fortsetzung meines vorherigen Artikels dar, in dem ich mich bemüht habe, Licht ins Dunkel der verschiedenen Psych-Berufe zu bringen (zu finden hier). In diesem Artikel soll es nun darum gehen, was es nun bei all den verschiedenen Berufsbezeichnungen mit dem „Dr.“ auf sich hat. In diesem Artikel erfahren Sie also, warum man Arzt sein kann, ohne Doktor zu sein, warum man Doktor sein kann, ohne Arzt zu sein, und was ein Doktortitel mit Wissenschaft zu tun hat.

Doktor ist nicht gleich Doktor

Ganz wichtig: Der Doktortitel, den man einer abgeschlossenen Promotion erlangt, sagt nichts über die berufliche Qualifikation einer Person in einem Heilberuf aus, sondern stellt eine wissenschaftliche Zusatzqualifikation dar, die man „oben drauf“ durch eine Extraleistung erwirbt. Die meisten Ärzte haben einen – aber das liegt nicht daran, dass man mit dem Doktortitel regulär das Medizinstudium abschließt. Nein; dass fast alle Ärzte über einen Doktortitel verfügen, liegt daran, dass, verglichen mit allen anderen akademischen Fächern, der Erwerb eines Doktortitels im Fach Medizin („Dr. med.“) relativ leicht ist und in aller Regel deutlich schneller geht. Eine Promotion im Fach Medizin dauert selten länger als ein Jahr, während beispielsweise eine Promotion in z. B. Psychologie, Physik oder Chemie mindestens drei und in der Realität eher vier bis sechs Jahre dauert. Das liegt daran, dass die wissenschaftlichen Anforderungen und Hürden in so gut wie allen Disziplinen deutlich höher sind als in der Medizin. Die Doktorarbeit im (an sich nicht grundsätzlich wissenschaftlich ausgelegten) Studium der Medizin entspricht meiner Erfahrung nach in etwa der Master- oder Diplomarbeit in anderen Studiengängen wie z. B. Psychologie. Dadurch bedingt wird ein „Dr. med.“ in wissenschaftlichen Kreisen oft belächelt. Damit möchte ich keineswegs Ärztinnen und Ärzte abwerten, denn für das enorm anspruchsvolle Medizinstudium verdienen sie ebenso Respekt wie für den verantwortungsvollen und anforderungsreichen Job, den sie machen. Aber: Das Ausmaß, in dem sich manche Ärzte mit einem „Dr. med“ schmücken und auf die Anrede mit diesem bestehen, steht in keinem Verhältnis zu der Qualität der eher geringen wissenschaftlichen Leistung, die im Vergleich zu anderen Disziplinen dahintersteckt.

Was steckt hinter einem Doktortitel?

Im Prinzip handelt es sich bei einem Doktortitel um den höchsten akademischen Grad („Professor“ ist nämlich kein akademischer Grad, sondern eine Berufsbezeichnung), den man durch das Verfassen einer Dissertation („Doktorarbeit“) erlangt. In den Naturwissenschaften, und so auch in der Psychologie, muss man hierzu eine eigenständige wissenschaftliche Untersuchung durchführen, und die Dissertation muss am Ende veröffentlicht werden, bevor einem der Titel verliehen wird. Oft müssen zudem einzelne Teile der Dissertation zusätzlich in Form einzelner wissenschaftlicher Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Diesen gesamten Prozess bezeichnet man als „Promotion“.

Welche Doktortitel können Psychologen erlangen?

Psychologen können, weil es sich eben um eine Naturwissenschaft handelt (mehr dazu hier), entweder einen „Dr. rer. nat.“ („Doktor der Naturwissenschaften“) erlangen – oder, was weniger verständlich ist, einen „Dr. phil.“ (Doktor der Philosophie). Das mit dem „Dr. phil“ liegt letztlich daran, dass Psychologie als Studienfach in Deutschland meist traditionell den philosophischen Fakultäten zugeordnet ist oder zumindest lange war. Und wenn man noch länger zurückschaut, dann liegt es daran, dass die Philosophie geschichtlich betrachtet die Mutter der Psychologie sowie aller Naturwissenschaften ist – was anhand des damals üblichen Begriffs „Naturphilosophie“ sehr schön deutlich wird.

In den letzten 10-20 Jahren wurde an Psychologen auch immer häufiger der „Dr. rer. medic.“ (Doktor der Medizinwissenschafen) vergeben, was möglich ist, wenn Psychologen an einer medizinischen Fakultät promovieren. Das bedeutet, das Thema der Dissertation ist grundsätzlich klinischer Natur; allerdings müssen die Kandidaten an mancher Universität, um überhaupt promovieren zu dürfen, ein vier- bis sechssemestriges medizinisches Zusatzstudium absolvieren. Also auch hier gilt: Nicht mal eben im Vorbeigehen erledigt! Die Anforderungen der Universitäten an den „Dr. rer. medic.“ sind allerdings äußerst unterschiedlich, sodass man kein einheitliches Gütesiegel vergeben kann. In der Wissenschaftswelt hoch anerkannt sind vor allem der „Dr. rer. nat“ und der „Dr. phil“, zudem in den Ingenieurswissenschaften der „Dr. ing.“ und im juristischen Bereich der „Dr. iur.“.

In Kombination mit meinem vorherigen Artikel über die verschiedenen Psych-Berufsbezeichnungen erklärt sich nun also, warum ein Psychotherapeut meist gleichzeitig ein Psychologe ist und damit erstens zudem ein Naturwissenschaftlicher und zweitens auch ein Doktor sein kann. Somit gilt: Auch einen Psychologen oder Psychotherapeuten kann man mit „Herr Doktor“ anreden, wenn er durch eine wissenschaftliche Promotion z. B. einen „Dr. phil.“ oder „Dr. rer. nat.“ erworben hat – und aus meiner Sicht verdient er diese Ansprache auch noch ein bisschen mehr als ein Arzt,  weil er deutlich mehr für diesen Titel leisten und über Jahre große Entbehrungen hinnehmen musste. Denn Promovieren in den Naturwissenschaften bedeutet kurz gesagt: Viel Durchhaltevermögen, viel Frustration, wenig Freizeit, wenig Geld.

Jetzt wird auch klar: Ein Doktortitel heißt nicht automatisch, dass jemand Arzt ist (eine Annahme, der man sehr häufig begegnet) – genau so wie es auch Ärzte ohne Doktortitel gibt, die denen mit Doktortitel fachlich in nichts nachstehen, weil es sich beim Doktortitel immer um eine wissenschaftliche Qualifikation „on top“ handelt. Und abschließend hoffe ich, dass ich mit diesem Artikel und dem letzten (siehe hier) erklären konnte, warum ein Psychotherapeut auch ein Naturwissenschaftler sein kann.

© Dr. Christian Rupp 2020

Psychologe, Psychiater, Psychotherapeut & Co. – Was ist der Unterschied?

Im Volksmund werden die „Psych“-Berufe ganz häufig synonym, oft völlig falsch und selten sachgemäß verwendet. Dabei lohnt es sich, gerade wenn man z. B. auf der Suche nach einem „Therapieplatz“ ist, einmal die Unterschiede genauer zu betrachten. Was Sie sich gleich zu Anfang schon einmal merken können: Wenn Sie einen Therapieplatz suchen, dann müssen Sie sich auf die Suche nach einem Psychotherapeuten begeben und nicht nach einem Psychologen suchen, auch wenn die meisten Psychotherapeuten auch Psychologen sind. Zu genüge verwirrt? Fangen wir also mit den Definitionen an. Ich bitte um Nachsehen dafür, dass ich der besseren Lesbarkeit wegen an allen Stellen nur die männliche Form verwende.

Psychologe

Psychologe ist ein geschützter Titel, den man nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium der Psychologie erwirbt. In der Vergangenheit lautete der Titel (und auch die Berufsbezeichnung) nach dem Abschluss dann „Diplom-Psychologe“ (kurz: „Dipl.-Psych.“). Das Diplom war bis vor gut 10 Jahren der Regelabschluss im Fach Psychologie, den man nach ca. 9-10 Semestern erreichte. Im Zuge der Bologna-Reform der Studienabschlüsse wurde das Diplom als Abschluss abgeschafft und durch einen Bachelor- und einen Masterabschluss ersetzt, die aufeinander aufbauen. Den Bachelorabschluss hat man, wenn man in der Tretmühle dieses anstrengenden Studiums nicht auf der Strecke bleibt, nach frühestens 6 Semestern geschafft und trägt dann den akademischen Titel „Bachelor of Science“ (kurz „B. Sc.“ oder „BSc“). Der Zusatz des Faches, in dem der Abschluss erworben wurde (Psychologie) ist hierbei (unsinnigerweise) nicht vorgesehen, sodass keiner erkennen kann, ob man den Abschluss in Psychologie, Physik, Chemie, Biologie oder vielleicht auch in BWL gemacht hat. Der BDP (Der Berufsverband für Psychologen in Deutschland) möchte derweil nicht, dass Bachelor-Absolventen sich schon „Psychologen“ nennen, und auch die meisten Jobs erfordern einen Masterabschluss.

Das Masterstudium kann jeder beginnen, der einen guten bis sehr guten Bachelorabschluss geschafft hat (der Rest hat mehr oder weniger Pech), und man muss sich auf einen Masterstudienplatz erneut bewerben. Das Masterstudium dauert in der Regel weitere 4 Semester, wenn man es in der Regelstudienzeit absolviert und nicht länger braucht. Manche Universitäten, wie die CAU Kiel, bieten hingegen einen Master mit nur zwei Semestern Dauer an; allerdings haben diese Universitäten auch jeweils achtsemestrige Bachelorstudiengänge, sodass es am Ende auf dieselbe Gesamtdauer von mindestens 10 Semestern hinausläuft. Das Masterstudium ist meist sehr schwerpunktspezifisch, häufig angebotene Schwerpunkte sind z.B. Klinische Psychologie, Personal- und Wirtschaftspsychologie und Neurowissenschaften. Nach dem Masterabschluss lautet der Titel „Master of Science“ (kurz: „M. Sc.“ oder „MSc“), und man darf sich laut BDP nun auch Psychologe nennen, da der Masterabschluss dem alten Diplom in Psychologie gleichgesetzt wird. Um den damit erlangten Beruf deutlich zu machen, wird dann häufig die Bezeichnung „Psychologe M. Sc.“ oder „Psychologe (M. Sc.)“ gewählt. Analog zum „Dipl.-Psych“ findet sich in der letzten Zeit aber immer häufiger auch die Bezeichnung „M.Sc. Psych.“.

Ja, Psychologen sind Naturwissenschaftler

Der Zusatz „of Science“ zeigt übrigens an, dass es sich bei Psychologie um ein (natur)wissenschaftliches Fach handelt und bei Weitem nicht um eine Geisteswissenschaft (mehr dazu hier). Das gesamte Psychologiestudium ist sehr reich an Wissenschaftsmethodik und –praxis, Statistik und viel auswendig zu lernendem Wissen. Für beide Abschlussarbeiten (Bachelor- und Masterarbeit) muss man in der Regel auch eine eigene empirische Studie durchführen und auswerten. Da die grundlegende Wissenschaftsmethodik in allen Naturwissenschaften, egal ob Psychologie, Biologie, Chemie oder Physik, weitgehend gleich ist, erreicht man durch ein Studium der Psychologie also zunächst einmal sehr viel wissenschaftliche Kompetenz. Das mag den Studierenden vielleicht anfangs zuwider sein, kann sich aber im gesamten weiteren Leben als sehr nützlich erweisen – z. B. wenn es bei so aktuellen und politischen Themen wie dem Klimawandel oder der Covid-19-Krise darum geht, die verschiedenen Aussagen auf ihre Qualität und Fundiertheit hin zu bewerten. Mit anderen Worten: Man ist den Menschen ohne diese wissenschaftliche Kompetenz um einiges Voraus, was zwar von Vorteil ist, aber auch zu Frustration führen kann.

Psychologen sind, was ich hier mal, auch wegen des klinischen Schwerpunkts dieses Blogs, mal hervorheben muss, nicht automatisch klinische Psychologen, auch wenn diese die größte Gruppe darstellen. Viele Psychologen sind an Universitäten und Forschungsinstituten als Wissenschaftler tätig (in allen Bereichen, die die Psychologie bietet, z.B. Sozialpsychologie, Neurowissenschaften, Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitspsychologie…), andere arbeiten in der Wirtschaft, vor allem in Personalabteilungen (Personalauswahl und –entwicklung sind ganz große Bereiche für Psychologen), in Erziehungsberatungsstellen (hier führen Sie z. B. Entwicklungs- und Intelligenzdiagnostik durch), als Verkehrspsychologen bei der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) – oder freiberuflich in allen möglichen Funktionen.

(Psychologischer) Psychotherapeut

Als Psychologe kann man in der Regel nicht therapeutisch tätig sein, zumindest nicht, wenn man mit den gesetzlichen Krankenkassen und den privaten Krankenversicherungen und der Beihilfe abrechnen möchte. Deshalb ist die Berufsbezeichnung, nach der Sie suchen müssen, wenn Sie einen Therapieplatz suchen, die des Psychotherapeuten. Um, wenn man schon Psychologe ist, auch noch Psychotherapeut zu werden, muss man nach erfolgreich abgeschlossenem Psychologiestudium (M. Sc. oder Diplom) eine zwischen drei und fünf Jahren dauernde und 10.000 € bis 25.000 € teure Zusatzausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten absolvieren, die man mit der Facharztausbildung vergleichen kann, die Ärzte nach dem Abschluss ihres Medizinstudiums absolvieren, um z. B. Facharzt für Innere Medizin oder Gynäkologie zu werden. Dies ist zumindest aktuell noch so – wie weiter unten beschrieben, wird sich in den nächsten 10 Jahren hier ein bisschen was ändern.

Ausbildung, Approbation & Krankenkassenzulassung

Diese Ausbildung ist derzeit in fünf anerkannten Verfahren möglich: der (Kognitiven) Verhaltenstherapie (KVT oder VT), der analytischen Psychotherapie (AP), der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie (TP), der Gesprächspsychotherapie und der systemischen Therapie (ST). In allen fünf Verfahren kann man als Psychologe eine Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten (oder kurz „Psychotherapeuten“) absolvieren, allerdings werden aufgrund der Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses, der den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen festlegt, nur für die VT, die TP, die AP und (ganz neu seit Sommer 2020!) die ST die Kosten von den Krankenversicherungen in Deutschland übernommen. Da die Wirksamkeit der TP und besonders der AP weitaus schlechter wissenschaftlich belegt (und wegen der größeren Sitzungskontingente die Kosten für das Gesundheitssystem deutlich höher) sind als die Gesprächspsychotherapie und die systemische Therapie, macht das zwar wenig Sinn im Sinne des Wirtschaftlichkeitsprinzips der Krankenkassen, aber leider ist es so.

Nach einer solchen postgradualen (das bedeutet: an ein Studium dran gehängten) Ausbildung erhält man als Psychologe die Approbation, d.h. die Zulassung zum Heilberuf des Psychotherapeuten bzw. die Befugnis zur Ausübung der psychotherapeutischen Heilkunde (hier findet sich ein Unterschied zu den Ärzten: Sie erhalten ihre Approbation bereits nach Abschluss des Studiums und nicht erst nach abgeschlossener Facharztausbildung). Man erhält mit der Approbation den Titel „Psychologischer Psychotherapeut“ und ist dann befugt, in Kliniken oder in eigener Praxis eigenverantwortlich Patienten behandeln. Dabei sind Psychologische Psychotherapeuten formal-rechtlich einem Facharzt gleichgestellt. Für die Behandlung von Privatpatienten genügen in der Regel die Approbation und ein Eintrag in das Arztregister der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung; um hingegen gesetzlich Versicherte zu behandeln, benötigt man zusätzlich eine Kassenzulassung, die in den meisten Regionen nur von einem in den Ruhestand gehenden Psychotherapeuten erworben werden kann und meist mit 20.000 € bis 100.000 € bezahlt wird. Anders als Ärzte, die eine Praxis von ihrem Vorgänger übernehmen, erhält man dafür allerdings keinerlei Ausstattung oder einen Patientenstamm – man zahlt letzlich lediglich für die Erlaubnis, mit den Krankenkassen abrechnen zu dürfen (!).

Ärztliche Psychotherapeuten

Der Begriff „Psychologischer Psychotherapeut“ impliziert bereits, dass es auch noch andere gibt. Nämlich die „Ärztlichen Psychotherapeuten“, die aber weitaus seltener sind. Das sind Ärzte mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung, die aber bei Weitem nicht so umfangreich ist wie die, die Psychologen nach ihrem Psychologiestudium absolvieren. Daher würde ich mit einem psychotherapeutischen Anliegen (Achtung: meine, wohlgemerkt jedoch von Erfahrung untermauerte Meinung) immer eher zu einem Psychologischen Psychotherapeuten gehen, da ich die Qualität der psychotherapeutischen Behandlung dort als gesicherter ansehe und Psychologische Psychotherapeuten auf diesem Gebiet im Allgemeinen kompeteter und eher auf dem neusten Stand sind – allein schon deshalb, weil sie mit dem Psychologiestudium eine ganz andere Grundlage haben und die psychotherapeutische Ausbildung viel umfangreicher ist als bei Ärzten.

Früher war nicht alles besser

Allerdings muss ich einschränkend ergänzen, dass die Qualität durch die oben beschriebene lange Ausbildung erst seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes Ende der 1990er Jahre so richtig gesichert ist. Psychologen, die ohne eine solch umfangreiche Ausbildung schon vor diesem Gesetz schon psychotherapeutisch tätig waren, mussten hingegen entweder nur eine Schmalspurabusbildung von der Dauer eines Jahres absolvieren oder bekamen die Approbation und somit die Bezeichnung „Psychologischer Psychotherapeut“ quasi geschenkt, ohne eine staatliche Prüfung abzulegen, wie es heute erforderlich ist. Die Kassenzulassung gab es Anfang der 2000er Jahre übrigens meistens direkt gratis mit dazu.

Wichtige Frage: Wie alt ist der Patient?

Psychologische und Ärztliche Psychotherapeuten besitzen eine Approbation (also die Befugnis zur Ausübung der Heilkunde), die altersunabhängig ist, dürfen sozialrechtlich (d.h. im System der gesetzlichen Krankenkassen) aber nur Erwachsene über 18 Jahren behandeln. Das bedeutet im Klartext: Ist der Jugendliche oder das Kind privatversichert (wofür nur die Approbation wichtig ist), kann es/er durch einen Psychologischen Psychotherapeuten behandelt werden – bei gesetzlicher Krankenversicherung muss die Behandlung durch einen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (siehe nächster Abschnitt) erfolgen. Allerdings sollte man meiner Ansicht nach gerade bei Kindern immer eher einen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aufsuchen, da Psychologische Psychotherapeuten meist über wenig bis keine Erfahrung in der Psychotherapie mit Kindern verfügen.

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Diese Bandwurmberufsbezeichnung steht für die Gruppe von Psychotherapeuten, die Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren behandeln darf, aber keine Erwachsenen. Anders als bei Psychologischen Psychotherapeuten, bei denen die Approbation altersungebunden ist, ist die von KJP wirklich auf Personen unter 21 Jahren beschränkt. Ansonsten ist alles identisch mit den Erwachsenen-Psychotherapeuten, außer dass neben Psychologie und Medizin auch ein Studium der Pädagogik, Sozialpädagogik oder der Heilpädagogik als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung anerkannt wird. In einigen Bundesländern genügt für diese Ausbildung übrigens ein Bachelorabschluss, was im Hinblick auf die Qualitätssicherung und den Facharztstandard als kritisch zu betrachten ist und einer der vielen Gründe für die Reform des Psychotherapeutengesetzes war.

Reform der Psychotherapiewelt?

An dieser Stelle sei angemerkt: Ab 2020 ändert sich wieder einiges an den Begrifflichkeiten, da eine Reform des Psychotherapeutengesetzes in Kraft tritt. Allerdings betreffen diese Änderungen lediglich die Zukunft ab ca. 2025 und sind jetzt im Jahr 2020 noch nicht von Relevanz (außer für Menschen, die jetzt gerade Abitur machen, natürlich).

Die Reform ersetzt die sich an das Psychologiestudium anschließende Ausbildung durch ein Direktstudium, das man nach dem Abitur beginnt – so wie ein Medizinstudium. Gemäß dem Gesetz soll man danns schon nach dem Masterabschluss schon die Approbation erhalten, muss dann aber, ähnlich wie bisher, noch eine vertiefende „Facharzt“ausbildung in einem der Verfahren, z. B. VT, dranhängen. Wichtig außerdem: Den Beruf des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, den ich im vorherigen Abschnitt beschrieben habe, wird es dann nicht mehr geben, weil beide Berufe zu einem zusammengefasst werden, der dann nur noch „Psychotherapeut“ heißen soll. Mit anderen Worten: Ab 2025 wird es Psychotherapeuten geben, die eben nicht auch Psychologen sind, sondern „nur“ Psychotherapeuten. Alle Kolleginnen und Kollegen, die vor dieser Reform des Psychotherapeutengesetzes ihre Ausbildungen abgeschlossen haben, behalten natürlich ihre Titel.

Psychiater & Facharzt für psychosomatische Medizin

Psychiater sind Fachärzte, d.h. sie haben Medizin studiert und dann eine Facharztausbildung absolviert, die auch ungefähr drei bis fünf Jahre dauert. Der offizielle Titel lautet daher auch „Facharzt für Psychiatrie“ bzw. für Patienten unter 18 „Facharzt für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie“. Oft findet sich auch die Facharztbezeichnung „Neurologie und Psychiatrie“ sowie „Psychiatrie und Psychotherapie“. Psychiater behandeln, weil sie oft keine oder nur eine oberflächliche psychotherapeutische Ausbildung haben, psychische Störungen vorrangig mit anderen Mitteln, v. a. . Medikamenten, aber auch anderen Verfahren wie Tiefenhirnstimulation, Elektrokrampftherapie, transkranieller Magnetstimulation etc. Im Gegensatz zu Psychologischen Psychotherapeuten dürfen sie diese Heilmittel auch verschreiben. Sie arbeiten in Kliniken (Psychiatrien) oder in eigenen Praxen. Psychiater können zu ihrer Berufsbezeichnung auch den Zusatz „Psychotherapie“ erwerben, wenn sie sich entsprechend fortbilden. In psychiatrischer Behandlung befinden sich meist Patienten mit eher schweren psychischen Erkrankungen oder solchen, die rein psychotherapeutisch gar nicht oder nur schlecht zu behandeln sind (z.B. schwere Depressionen mit vorrangig biologischer Ursache oder Psychosen wie die Schizophrenie).

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle auch noch der „Facharzt für psychosomatische Medizin“ genannt, der für einige Jahre auch „Facharzt für psychotherapeutische Medizin“ hieß. Diese Sorte von Facharzt ist noch mehr als der Facharzt für Psychiatrie mit dem Psychologischen Psychotherapeuten zu vergleichen, da die Behandlungform der Wahl vorrangig tatsächlich die Psychotherapie ist.

Von Heilpraktikern und  & „Psychologischen Beratern“

Der Begriff „Psychotherapeut“ ist als akademischer Heilberuf (genau wie „Arzt“ und „Apotheker“) geschützt, d.h. er darf nur mit der entsprechenden Ausbildung und einem vorher absolvierten wissenschaftlichen Hochschulstudium (Psychologie oder Medizin) getragen werden, ansonsten macht man sich strafbar. Dies soll im Grunde dabei helfen, die Menschen vor unseriösen Behandlern mit geringfügiger bis fehlender Ausbildung zu schützen. Leider jedoch ist es nicht verboten, auf sein Praxisschild „Psychotherapie“ zu schreiben. Heilpraktiker (die ich an dieser Stelle natürlich weder diffamieren noch als grundsätzlich unseriös bezeichnen möchte) können aufgrund des fehlenden Studiums nicht den Titel des Psychotherapeuten (und eben auch keine Approbation) erlangen, sondern nur den Zusatz „Psychotherapie HGP“, wobei HPG für das Heilpraktikergesetzt steht. Auch hier ist aus meiner Sicht häufig die Qualität gegenüber der Behandlung bei Psychologischen oder Ärztlichen Psychotherapeuten als fraglich einzustufen, und allzu häufig finden sich eher esoterische statt wissenschaftlich fundierte und oft wenig verantwortungsvoll angebotene „Heilbehandlungen“.  Nicht selten finden sich in diesem Kontext die Bezeichnungen „Heilpraktiker Psychotherapie“ oder „Psychotherapeutischer Heilpraktiker“. Was viele Patienten nicht wissen, ist, dass der Beruf des Heilpraktikers an sich nur recht wenigen gesetzlichen Regularien unterliegt (es gibt, anders bei als bei Psychotherapeuten und Ärzten, zum Beispiel keine Berufsordnung) – und Heilpraktiker, im Gegensatz zu Psychotherapeuten und Ärzten, über keine Approbation, sondern lediglich über eine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde verfügen. Es gibt zwar eine relativ umfangreiche und keinesweg einfache Prüfung, die man bestehen muss, um sich Heilpraktiker nennen zu dürfen, aber es gibt keine staatlich geregelte und somit keine einheitliche Ausbildung zum Heilpraktiker, so dass jedem selbst überlassen ist, wie er sich den Prüfungsstoff aneignet.

Bevor 1999 das Psychotherapeutengesetzt in Kraft trat und all das regelte, was ich hier beschreibe, war eine solche Erlaubnis als Heilpraktiker (traurigerweise) die einzige Möglichkeit für Psychologen, psychotherapeutisch tätig zu werden. Aber auch heute noch nutzen manche Psychologen dieses „Schlupfloch“, um die lange und teure Ausbildung zum Psychotherapeuten zu umgehen und Patienten (dann i. d. R. auf Selbstzahlerbasis) behandeln zu können.

Vorsicht ist auch bei der Berufsbezeichnung „Psychologischer Berater“ geboten, da es sich auch hier nicht um echte Psychologen handelt. Eine solche Qualifikation kann man bei diversen Heilpraktikerschulen in einigen Monaten erwerben und ist nicht im Entferntesten mit einem Studium in Psychologie zu vergleichen, wenngleich man hierdurch sicherlich besser auf eine beratende Tätigkeit vorbereitet wird, als wenn man einfach so loslegt. Dennoch würde ich, wenn man nach psychologischer Beratung sucht (die im Gegensatz zur Psychotherapie leider keine Leistung der Krankenkassen ist), immer darauf achten, dass die betreffende Person, an die ich mich wende, auch tatsächlich einen Universitätsabschluss in Psychologie (Master oder Diplom oder zumindest einen Bachelor) vorweisen kann.

Und was sagt nun ein Doktortitel aus?

Weil dieser Artikel sonst viel zu lang wäre, das Thema „Doktortitel“ bei der Orientierung im Wirrwarr der Psych-Berufe aber nicht fehlen darf, habe ich es einfach in einen zweiten Artikel „ausgelagert“, den Sie hier finden. Viel Spaß beim Weiterlesen!

© Dr. Christian Rupp 2020

Wie mit der Corona-Krise umgehen? Vom Akzeptieren, Handeln und dem Käfer auf dem Rücken.

Aus aktuellem Anlass und weil diese Fragen bei vielen meiner Patient*innen gerade ganz weit vorne stehen, möchte ich das, was ich all meinen Patient*innen hierzu vermittle und nahelege, gerne mit allen Lesern meines Blogs teilen.

Mit Hilfe dieses Artikels möchte ich gerne meine Sichtweise dazu verdeutlichen, wie man am klügsten und gesündesten mit der Corona-Krise umgeht, die uns alle in eine Situation versetzt hat, die kaum jemand jemals zuvor erlebt hat. Ich greife dabei auf grundlegende Prinzipien der Akzeptanz- und Commitment-Therapie zurück, die ich für mein eigenes therapeutisches Arbeiten angepasst und ergänzt habe. Viele meiner Patient*innen werden das Schaubild, das Sie weiter unten finden, aus der einen oder anderen Therapiesitzung kennen. Da es sich hervorragend auf das Thema dieses Artikels anwenden lässt, habe ich es, speziell auf die Corona-Situation angepasst, in diesen Artikel mit aufgenommen. Wie Sie in diesem Schaubild sehen, geht es darum, sich drei grundlegende Wege anzuschauen, wie man mit einem Problem (also einem Umstand, der nicht so ist, wie man es gerne hätte) wie der Corona-Krise umgehen kann: Hadern, Akzeptieren und sinnvoll Handeln. Los geht’s.

Der ungünstigste Weg: „Wie ein Käfer auf dem Rücken“

Der mit Abstand unklügste und am wenigsten vorteilhafte Weg im Umgang mit einem Problem wie der Corona-Krise, das von außen bedingt und durch unser eigenes Handeln  nicht oder nur in geringem Maße zu ändern ist, besteht darin, zu hadern. Ich wähle dieses Wort mit Bedacht, um auf die Ineffektivität dieser Strategie hinzuweisen. Mit Hadern meine ich das, was in der Psychologie auch als maximale Lageorientierung bekannt ist: Man steht vor einem Problem, fühlt sich hilflos, kann dies aber nicht akzeptieren, weshalb man nach irrationalen und sinnlosen Kontrollversuchen strebt, mit denen man jedoch lediglich auf der Stelle tritt und sich im Kreis dreht. Mit anderen Worten: Man sieht das Problem, tut aber nichts, sondern verhält sich wie ein Käfer, der auf dem Rücken liegt: Man strampelt sich, überwiegend in Gedanken, ab, verliert dabei enorm viel Energie und erreicht – ganz genau – nichts. Man handelt nicht und löst nicht im Geringsten ein Problem – im Gegenteil: Man erschafft sich ein zusätzliches. Dieses Kernmerkmal ist neben der zugrundeliegenden Motivation, das Unkontrollierbare irgendwie kontrollierbar zu machen, der gemeinsame Nenner aller Dinge, die ich im unten stehenden Schaubild dem Hadern zugeordnet habe.

Es mag dem einen oder anderen widerstreben, dass dort neben Jammern und Klagen auch das Sich-Sorgen und Grübeln (was überwiegend dasselbe ist – Sorgen richten sich mehr auf die Zukunft, Grübeleien mehr auf die Vergangenheit) aufgeführt sind. Man könnte einwenden, dass man dadurch doch vielleicht auch auf Lösungen kommt. Dem entgegne ich ganz klar: Nein, denn wenn man durch Nachdenken nach nicht allzu langer Zeit zu einer Lösung gelangt und dann auch dementsprechend handelt (!), handelt es sich per definitionem eben nicht um Grübeln/Sich-Sorgen, sondern um lösungsorientiertes Denken. Sie sehen: Auch hier ist das ganz entscheidende Kriterium, das entscheidet, die Frage danach, ob das ganze zu einer produktiven Handlung führt, d. h. „etwas bringt“ – oder nicht. Grübeln und Sich-Sorgen ähneln eher einem Sich-im-Kreis-Drehen: Es kostet enorm viel Energie, der Stresshormonspiegel und die ängstliche Anspannung erhöhen sich dauerhaft, und je länger man es betreibt, desto mehr verliert man sich in Katastrophenszenarien, die immer weniger mit dem Hier und Jetzt zu tun haben.

Der Versuch, das Unkontrollierbare kontrollierbar zu machen (ja, auch Grübeln und Sich-Sorgen sind, psychologisch gesehen, ungünstige Kontrollversuche), ist auch das Bindeglied zu Verhaltensweisen wie dem Hamstern. Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass es sich hierbei natürlich um eine Handlung und nicht nur um einen gedanklichen Prozess handelt. Das ist richtig, aber hier greift das Kriterium, dass die Handlung irrational und nicht sinnvoll ist – daher die Zuordnung zum Hadern. Sinnvoll wäre das Hamstern, wenn es in einem sinnvollen Bezug zur Realität stünde und ein probates Mittel wäre, um real etwas zu bewirken. Ich denke, es ist offensichtlich, dass dies auf das Horten von Klopapier z. B. nicht zutrifft. Hier greifen stattdessen mehrere Prozesse. Wie der Psychologe Jürgen Margraf neulich in einem Interview mit der Tagesschau sagte, kommt hier zum einen zum Tragen, dass wir à la „Herdentrieb“ dazu neigen, uns an anderen zu orientieren und im Zweifel dasselbe wie alle anderen tun. Ich finde das allerdings ein bisschen zu kurz gegriffen, blendet es doch wichtige innerpsychische Prozesse aus. Aus meiner Sicht kann man Verhaltensweisen wie das Klopapier-Hamstern zum einen als weiteren Versuch verstehen, Kontrolle in eine hochgradig unkontrollierbare Situation zu bringen. Durch Hamsterkäufe kann man sich zumindest vorgaukeln, „irgendwas getan“ zu haben, um sich „auf den Ernstfall“ vorzubereiten, den natürlich keiner kennt, weil niemand die Zukunft vorhersehen kann. Aber Hauptsache, man fühlt sich ein kleines bisschen weniger hilflos – auch wenn es im „Ernstfall“ sicher wichtiger wäre, Lebensmittel vorrätig zu haben, weil man das Klopapier-Problem wohl am ehesten auch anders lösen könnte und der Verzehr desselben zu Verdauungsproblemen führen dürfte. Zum anderen haben wir es mit einem Teufelskreis zu tun, der Dinge wie Klopapier in den Köpfen der Menschen zu einer begehrten Ressource macht: Allein die Tatsache, dass die Regale ständig leer sind, signalisiert: „Klopapier ist begehrt – Klopapier ist knapp – Sobald es wieder welches gibt, muss ich zuschlagen“. Das Ergebnis: Leere Regale, und der Teufelskreis beginnt von vorn.

Ich denke, es ist deutlich geworden, dass der Weg des Haderns derjenige ist, der, nicht nur in Zeiten der Corona-Krise, am sinnlosesten ist. Schauen wir uns nun also zwei alternative Wege an, die im Gegensatz zum Hadern erstens echte Lösungen darstellen und zweitens sehr viel besser für Ihre psychische Gesundheit sind. Diese beiden Wege – Akzeptieren und sinnvoll Handeln, kann man sich vorstellen wie zwei Seiten ein und derselben Medaille, weil sie nur miteinander funktionieren und das eine ohne das andere gar nicht denkbar ist.

Drei Wege im Umgang mit einem Problem – am Beispiel der Corona-Krise

Alternative 1: Akzeptieren & wertvolle Energie einsparen

Es klingt beinahe trivial, aber es ist unglaublich wichtig, sich folgendes klarzumachen: Wenn der Gegner nicht oder kaum unserer Kontrolle unterliegt, dann gibt es keinen gesünderen Weg, als ihn „radikal“ anzunehmen, d. h. zu akzeptieren, dass es ihn gibt. Akzeptieren in Zeiten der Corona-Krise meint, anzunehmen, dass es dieses Virus gibt, es sich ausbreitet und ca. bei 1-5% der Infizierten zum Tod führt, wir uns gesellschaftlich wie wirtschaftlich in einer zu den Lebzeiten der meisten von uns nie da gewesenen Ausnahmesituation befinden, die Politik so handelt, wie sie es tut – und keiner von uns sicher weiß, was in zwei Wochen, einem Monat und einem halben Jahr sein wird.

Wer jetzt denkt: „Das kann und will ich aber nicht akzeptieren“, der sei darauf verwiesen, dass er oder sie sich mit diesem Satz für das Hadern entschieden hat und ich ihm oder ihr diese Entscheidung nicht abnehmen kann. Vielleicht wäre es für diese Menschen ein erster Schritt, zunächst einmal die Gefühle zuzulassen, die hinter einer solchen Äußerung stecken: Wahrscheinlich eine Mischung aus Ärger und Frustration, denen wiederum Angst und Traurigkeit zugrunde liegen. Mein Tipp: Lassen Sie diese Gefühle zu, erleben Sie sie, sprechen Sie mit anderen Menschen (Angehörige, Freunde, Psychotherapeut*in…) darüber. Alternativ: Schreiben Sie sich die Gefühle von der Seele oder schreien Sie sie im Wald oder auf dem Feld heraus – aber grübeln Sie bitte nicht nur im Kopf darüber. Sie werden merken, es wird Ihnen dabei helfen, von diesen Gefühlen loszulassen. Und dann wird es mit dem Akzeptieren vielleicht auch eher klappen.

Allen anderen, die ich hiermit erreichen kann, möchte ich die Möglichkeit verdeutlichen, die sich dadurch eröffnet, dass man akzeptiert, was man nicht ändern kann, anstatt die Energie in das fruchtlose Hadern zu stecken: Denn plötzlich ist Energie da, die Sie in … na? … richtig, sinnvolles Handeln stecken können!

Alternative 2: Sinnvoll handeln – ändern, was man ändern kann

Sinnvoll zu handeln anstatt zu hadern, bedeutet, die eigene Energie für das zu verwenden, was man selbst bewirken kann, und stellt die andere Seite der Medaille dar, auf der vorne „Akzeptieren“ steht. Das heißt, das Kriterium, dem die jeweilige Handlung genügen muss, ist das der Effektivität: Es muss entweder Ihnen selbst oder anderen Menschen real etwas bringen, was Sie tun. In der Akzeptanz- und Commitment-Therapie wird dies ähnlich ausgedrückt: Hier geht es um die Frage, ob ihr Handeln Ihren eigenen Werten entspricht, was ich persönlich um den Aspekt der eigenen Ziele ergänzen möchte. Entspricht es Ihren Werten und Zielen, Klopapier zu horten, das dann anderen Menschen fehlt? Entspricht es Ihren Werten und Zielen, sich in gedanklichen Katastrophenszenarien zu verlieren und darüber zu vergessen, dass es eigentlich wichtig wäre, sich tatsächlich um sich selbst, andere Menschen oder anstehenden Aufgaben in Ihrem Leben zu kümmern? Die Antwort darauf können Sie sich nur selbst geben.

Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass wenn Sie anfangen, sinnvoll zu handeln – das Schaubild enthält gleich eine Reihe von konkreten Vorschlägen – dies automatisch dazu führen wird, dass das Akzeptieren leichter fällt. Hier teile ich eine Grundauffassung der Akzeptanz- und Commitment-Therapie voll und ganz: Akzeptieren ist letztendlich Handeln. Egal ob Sie in diesen Zeiten die lange vernachlässigte Selbstfürsorge nachholen, ewig aufgeschobene Dinge erledigen oder sich um Ihre Mitmenschen kümmern: Handeln Sie anstatt mit dem zu hadern, was ohnehin nicht Ihrer Kontrolle unterliegt.

Mit einem Augenzwinkern möchte ich ergänzen, dass dieses Prinzip erst recht gilt, sollte unsere Welt wider Erwarten doch untergehen. Denn dann wäre es umso mehr zu bedauern, wenn man die Zeit vorher damit verbracht hätte, sich über Dinge zu sorgen, die noch gar nicht passiert sind. Zugespitzt bedeutet dies: Man kann sich aus Angst vor dem Tod auch prophylaktisch erschießen – oder man entscheidet sich, in der Gegenwart zu leben und zu handeln.

© Dr. Christian Rupp 2020

Warum schreibt er nicht zurück? – "Ghosting" aus Sicht eines Psychotherapeuten

Vor einiger Zeit habe ich auf Anfrage des Mannschaft Magazins ein Interview zum Thema „Ghosting“ gegeben. Falls Ihnen dieser Begriff bislang noch unbekannt ist, so kann ich, denke ich, versprechen, dass in dem folgenden Artikel alle Unklarheiten beseitigt werden. Der von Martin Busse dazu verfasste Magazinartikel soll voraussichtlich im Mai in der Printausgabe des Magazins erscheinen. Da ich in psycholography schon lange keinen inhaltlichen Artikel mehr veröffentlicht habe, habe ich mich entschlossen, vorab schon einen eigenen Beitrag mit meinen Interview-Antworten zu verfassen. Vielleicht ist es ja für den einen oder anderen eine willkommene Abwechslung in dieser von Corona dominierten Zeit. Ich weise vorab darauf hin: Meine Antworten basieren auf einer Mischung aus psychotherapeutischem Wissens- und Erfahrungsschatz, gepaart mit dem von mir so hochgehaltenen gesunden Menschenverstand. Wer hierzu wissenschaftliche Fachartikel lesen möchte, möge bitte an anderer Stelle suchen.

Warum kommt es zu „Ghosting“?

Wenn wir uns darauf einigen, dass „Ghosting“ beschreibt, dass man, ohne dies zu kommunizieren, den Kontakt zu Menschen abbricht (früher hätte man es wahrscheinlich „eine Beziehung einschlafen lassen“ genannt), dann dürften die wesentlichen Beweggründe wohl folgende sein: Erstens möchte die ghostende Person offenbar nichts mehr mit der anderen Person zu tun haben, z. B. weil sie bemerkt, dass sie sie eigentlich nicht mag, oder sie findet diese nicht mehr interessant genug (für welchen Zweck auch immer). Zweitens möchte die ghostende Person wahrscheinlich entweder (aus Angst, die andere Person zu verletzen und im Gegenzug selbst verletzt zu werden) vermeiden, der anderen Person ihr Desinteresse oder ihre Antipathie ehrlich mitzuteilen – oder aber die andere Person ist ihr schlichtweg nicht wichtig genug, um es ihr mitzuteilen. In beiden Fällen ist das Ergebnis dasselbe: Der anderen Person wird nicht mehr geantwortet, der Kontakt wird über schwammige Floskeln („Wir schreiben dann noch mal…“) ausgeschlichen – die Person wird „geghosted“

Ghosting im zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext

Ich halte „Ghosting“ nicht per se für ein Phänomen der Neuzeit, denn wie schon oben beschrieben, hat es meiner Ansicht nach diese konfrontationsvermeidende Art, Beziehungen zu beenden, die einem unlieb geworden sind, schon früher gegeben. Sowohl meine eigene Erziehung als auch die Biographien vieler meiner Patient*innen sind voll mit expliziten und impliziten (d. h., am Modell gelernten) Erziehungsbotschaften der Art „So was kann man nicht einfach direkt sagen“, „Vermeide Auseinandersetzungen“ und „Pass auf, niemanden zu verletzen“. Letztere Botschaft hat aus meiner Sicht allerdings einen wichtigen Subtext, denn, wie oben schon angedeutet, hat diese Strategie auch zum Ziel, selbst nicht verletzt zu werden (weil das abgelehnte Gegenüber vielleicht aus seiner Kränkung heraus „zurückschießt“) und sich vor allem nicht mit der emotionalen Reaktion der abgelehnten Person auseinander setzen zu müssen – was wiederum Stress für einen selbst bedeutet. Aus der Perspektive der ghostenden Person könnte man somit „Ghosting“ durchaus als effiziente Gefühlsvermeidungsstrategie bezeichnen.

Ich wäre damit vorsichtig, mich so weit aus dem Fenster zu lehnen, dass Ghosting etwas über die Entwicklung unserer Gesellschaft aussagt, weil es eben ein altes Phänomen ist. Allerdings muss man einwenden, dass das Phänomen in unserer Zeit durch die sozialen Medien eine andere Qualität bekommen hat. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass zwischenmenschliche Interaktionen in sozialen Medien, vor allem in Dating-Apps wie Grindr und Tinder erstens anonymer, zweitens oberflächlicher und drittens schnelllebiger geworden sind. Besonders gefährlich finde ich in diesem Kontext, dass durch die vermeintliche „Überauswahl“ an potenziellen Partner*innen (einmal wischen, und man kommt zum nächsten Kandidaten) erstens der Sinn für den Wert jedes einzelnen Menschen verloren geht und zweitens  sich der vor allem in der Generation Y omnipräsente Gedanke manifestiert: „Vielleicht findet sich ja doch noch was Besseres – also bloß keine Verbindlichkeiten eingehen“. Dies ist natürlich Wasser auf die Mühlen des o. g. Beweggrunds für Ghosting, der letztlich beinhaltet, dass die andere Person einem nicht wirklich wichtig ist. Warum sollte man sich also die Mühe machen, ihr zu sagen, dass und warum man sich gegen sie entscheidet.

Die Folgen von Ghosting für Betroffene

Während „Geghostet Werden“ für Menschen mit einem gefestigten Selbstwertgefühl und einer grundlegenden Selbstsicherheit aus meiner Sicht wenige bis keine Auswirkungen hat, kann es für Menschen, die hierüber eben nicht verfügen, durchaus drastische negative Effekte haben. Ich denke hierbei an Jugendliche und junge Erwachsene und noch einmal in besonderer Weise an junge Menschen aus der LGBTQI-Community, die aufgrund ihres Andersseins nicht selten in kritischen Entwicklungsphasen Ablehnungserfahrungen einer Qualität gemacht haben, die gender- und heteronormativ aufgewachsenen Menschen weitgehend fremd sein dürften. Diese Menschen verfügen überzufällig häufig eben nicht über ein stabiles Selbstwertgefühl und Selbstkonzept, sodass sie eine Ablehnung, wie sie beim Ghosten geschieht, schnell als Beleg dafür bewerten, dass sie selbst als Mensch nicht gut genug, inakzeptabel oder nicht liebenswert sind. Die Folgen können sozialer Rückzug und Depression oder die Entwicklung einer sozialen Angststörung sein – wobei ich betonen möchte, dass die Erfahrung des Ghostings dabei nicht die alleinige Ursache, sondern eher der Tropfen in einer langen Kette aus Ablehnungserfahrungen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt. Insofern ist Ghosting sicherlich als problematisch einzustufen. Es bleibt die Frage, ob es für das Gegenüber besser ist, wenn es, anstatt geghostet zu werden, eine ehrliche Rückmeldung erhält. Ob sich diese schlimmer oder besser als Ghosting auswirkt, hängt wohl davon ab, wie diese formuliert ist: „Sorry, du bist nicht mein Typ“ ist sicher leichter zu verdauen als „Ich steh nicht auf Tunten“ oder „Du bist viel zu fett“. Ich persönlich tendiere dazu, dass jegliche Rückmeldung besser ist als keine. Denn so verletzend Aussagen die „Du bist mir zu fett“ sind – man weiß wenigstens, woran man ist. Die Erfahrung des Ghostings hingegen wirft viele Fragen, Unsicherheiten, Selbstzweifel auf, und eine Antwort auf diese bleibt aus.

Tipps für Geghostete

Menschen, die geghostet werden, würde ich dazu raten, ihre Bewertung dessen in eine bestimmte Richtung zu verändern. Anstatt das Geghostet Werden als Beleg dafür zu interpretieren, dass man selbst nicht okay ist, würde ich auf das altbewährte Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun verweisen und in diesem Verhalten der anderen Person nicht die Beleidigung der eigenen, sondern die Selbstoffenbarung der anderen Person sehen. Man sollte sich fragen, was die Person über sich selbst aussagt, die jemanden ghostet, anstatt die ehrliche Konfrontation mit ihr zu suchen. Wahrscheinlich steckt dahinter entweder, wie oben beschrieben, eine große Selbstunsicherheit oder eine ausgeprägte Oberflächlichkeit. Insbesondere wenn letzteres zutrifft, könnte man sich ja auch denken, dass man eine solche Person nun wirklich nicht in seinem Leben braucht. Und dann hat man den Spieß auch schon umgedreht – frei nach dem Motto: Wer mich ghostet, den sortiere ich aus.

Appell an Ghostende

Der folgende Appell an alle Ghostenden ergibt sich aus dem, was ich bisher beschrieben habe: Man sollte sich bewusst machen, 1) wie sehr man die andere Person ggf. verletzt, 2) was man von sich selbst für ein Bild zeichnet und, (3) ob man nicht lieber ein anderes Bild von sich zeichnen möchte. Und dann sollte man vielleicht den Mut aufbringen, ihr so viel Respekt entgegen zu bringen, dass man ihr eine ehrliche Rückmeldung gibt – um unser Miteinander, auch auf gesellschaftlicher Ebene, wieder ein wenig freundlicher zu machen.

© Dr. Christian Rupp 2020

Nächster Artikel angenommen

Es ist bereits ein Grund zur Freude, dass tatsächlich noch dieses Jahr der vierte und vorerst letzte Artikel, der aus dem gemeinsamen Forschungsprojekt von Charlotte Falke und mir entstand, von der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Clinical Psychology and Psychotherapy angenommen wurde. Ein besonderer Grund zum Feiern besteht jedoch darüber hinaus deshalb, weil, anders als üblich, vom Journal nur minimale Änderungen gefordert wurden und (und das ist eine Rarität) der Artikel, wohlgemerkt an einem Sonntag (!) nur 25 Minuten nach der Neu-Einreichung vom Herausgeber der Zeitschrift akzeptiert wurde.

Die finale Literaturangabe (aktualisiert 02.04.2020) lautet:

Rupp, C., Gühne, D., Falke, C., Doebler, P., Andor, F., & Buhlmann, U. (2020). Comparing effects of detached mindfulness and cognitive restructuring in obsessive-compulsive disorder using ecological momentary assessment. Clinical Psychology and Psychotherapy, 27, 193-202. https://doi.org/10.1002/cpp.2418

Promotion erfolgreich abgeschlossen

Ich freue mich, mitteilen zu können, dass das Praxisschild nicht ohne Grund ausgetauscht wurde: Mit der Disputation und anschließenden Veröffentlichung meiner Doktorarbeit habe ich heute, am 30.08.2019, meine Promotion zum Doktor der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.) erfolgreich angeschlossen und trage somit fortan den Doktortitel. Gefeiert wurde mit der ganzen Familie, und anbei findet sich ein gemeinsames Foto mit meiner herzensguten Doktormutter Prof. Dr. Ulrike Buhlmann.

Weiterer Artikel veröffentlicht

Es freut mich, bekannt geben zu können, dass ein weiterer Artikel unter meiner Erstautorschaft zur Publikation angenommen wurde, diesmal von der Fachzeitschrift Clinical Psychology and Psychotherapy. Der Artikel trägt den Titel „A study on treatment sensitivity of ecological momentary assessment in obsessive-compulsive disorder“ und beschreibt die Anwendung einer elektronischen Tagebuchmethode, mit der wir vor und nach der Behandlung mit entweder kognitiver oder metakognitiver Therapie bei den Betroffenen die Symptome der Zwangsstörung sowie die Anwendung der neuen, hilfreichen Bewältigungsstrategien erfasst haben.

Die vollständige Literaturangabe lautet:

Rupp, C., Falke, C., Gühne, D., Doebler, P., Andor, F., & Buhlmann, U. (in press). A study on treatment sensitivity of ecological momentary assessment in obsessive-compulsive disorder. Clinical Psychology and Psychotherapy.

Neuer Artikel in Fachzeitschrift veröffentlicht

Gestern, also am 20.03.19, war es nach über einem halben Jahr mühevoller Arbeit (neben der Praxiseröffnung) soweit: Der Artikel „A randomized waitlist-controlled trial comparing detached mindfulness and cognitive restructuring in obsessive-compulsive disorder“, den ich zusammen mit meiner Kollegin Charlotte Jürgens und drei weiteren Forschern verfasst habe, ist in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „PLOS ONE“ erschienen.

Der Artikel präsentiert die Ergebnisse unserer Therapiestudie, in der wir von 2017 bis 2018 zwei verschiedene innovative Behandlungsansätze für Personen mit Zwangsstörungen erprobt haben. Mit der Veröffentlichung dieses Artikels sind nun endlich, nach langem Warten und sehr viel Arbeit, die Voraussetzungen dafür erfüllt, dass ich meine Dissertation fertig schreiben und somit im kommenden Sommer meine Promotion abschließen kann. Die Freude über diese gelungene Veröffentlichung könnte daher kaum größer sein!

Den Artikel können Sie hier herunterladen. Da er in einem so genannten Open Science-Journal erschienen ist, ist er der gesamten Öffentlichkeit ohne Einschränkung zugänglich.